Umgestaltung der Großhaderner Straße

Autofahrer bevorzugt? Haderner kritisiert Flächenungerechtigkeit

Zwischen 2017 und 2018 wurde die Kreuzung Großhaderner / Gräfelfinger Straße umgestaltet.
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Zwischen 2017 und 2018 wurde die Kreuzung Großhaderner / Gräfelfinger Straße umgestaltet.
  • Daniela Borsutzky
    vonDaniela Borsutzky
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München, Hadern: Bürger kritisiert Flächenungerechtigkeit mit Schild-Aktion

HADERN - Warum sollte der Gehweg immer frei gehalten werden? Muss man mit dem Auto zum Wurstsemmel holen fahren? Und konkret: 80 Zentimeter Fußweg vor der Großhaderner Straße 8 – lief bei der Umgestaltung alles richtig? Fragen, die sich der Haderner Thomas Finkl in letzter Zeit des Öfteren gestellt hat. Fragen, die Finkl gerne diskutiert, mit Bürgern, der Polizei, dem BA, der Stadt. Ausgestattet mit einem beidseitig beschrifteten Schild hat sich Finkl nun schon mehrmals vor die beliebte Metzgerei an der Großhaderner Ecke Gräfelfinger Straße gestellt, um auf die Situation aufmerksam zu machen. „Demokratie heißt mitmachen“, sagt Finkl.

München, Hadern: Ist bei der Umgestaltung der Kreuzung Großhaderner/Gräfelfinger Straße alles richtig gelaufen?

„Neben viele Bürgern, die sich an der Schild-Aktion erfreuten, gab es auch Gegner und Befürworter“, lautet das Fazit von Thomas Finkl.

Zwischen 2017 und 2018 wurde die besagte Kreuzung umgestaltet: Die Mittelinsel in der Kreuzung wurde entfernt, der Kurvenradius verkleinert sowie Senkrechtparkplätze auf der Ostseite der Großhaderner Straße südlich der Kreuzung mit der Gräfelfinger Straße geschaffen. Nicht optimal, findet Finkl.

Großhaderner Straße: „Man kriegt Angstzustände.“

„Als Radfahrer ist man hochgradig gefährdet, man kriegt Angstzustände“, sagt er. Als Fußgänger sei es nicht viel besser. Das liege an der mangelnder Sicht der Ausparker sowie am fehlenden Radweg. „Am Samstagmorgen kommt es regelrecht zu Staus durch Autofahrer. Ungeschicktes Manövrieren beim Ein- und Ausparken, abgefahrene Seitenspiegel, Gehwegparker mit Behinderung der Fußgänger“,, erklärt Finkl.

Die Gehwegparker sind Thomas Finkl ein Dorn im Auge.

Neugestaltung der Großhaderner Straße eine Option?

Er schlägt daher eine Neugestaltung der Großhaderner Straße beziehungsweise der Heiglhofstraße vor. „Ich empfehle eine einspurige Einbahnstraße für Autos und einen gesicherten, separaten Radweg.“ Auch eine weitere Entzerrungs-Option schwebt Finkl vor: „Wie bei Supermärkten macht es auch bei einem so stark aufgesuchten Geschäft Sinn, auf eigenem Gelände Parkmöglichkeiten anzubieten.“

Auf Hallo-Nachfrage erklärt eine Mitarbeiterin der Metzgerei, dass ihr keine Beschwerden von Kunden hinsichtlich der Situation bekannt seien. Dass viele mit dem Auto kämen, liege daran, dass die Metzgerei viele Stammkunden habe, die nicht im Viertel wohnen.

München: Der Stadt liegen keine Beschwerden bezüglich der Verkehrssicherheit vor

Auch dem Mobilitätsreferat liegen keine Beschwerden bezüglich der Verkehrssicherheit im Bereich der Kreuzung vor, sagt Sprecherin Christina Warta. „Nach Auswertung der Zahlen durch die zuständige Polizeiinspektion 41 ist das Unfallaufkommen sehr gering. Die Notwendigkeit für eine erneute bauliche Veränderung wird daher durch das Mobilitätsreferat nicht gesehen“, so Warta. Auch Änderungen der Verkehrsregelung seien nicht notwendig und zielführend, sondern würden im Falle einer Einbahnregelung nur zu Umwegen und aufgrund des fehlenden Gegenverkehrs erfahrungsgemäß zu überhöhten Geschwindigkeiten führen. Der Bau von separaten Radwegen sei in Tempo-30-Zonen grundsätzlich nicht vorgesehen.

Die Stadt halte am Paradigma der autogerechten Stadt fest, findet Finkl. „Nur wenn die Sicherheit der Radfahrer gegeben ist, wird auch der unsichere Radfahrer seine 200 Gramm Wurst mit dem Rad holen.“

Hadern: Beim Bezirksausschuss ist das Problem angekommen

Beim örtlichen BA sei „die Problematik angekommen“, wie die Vorsitzende Renate Unterberg (Grüne) in der jüngsten Sitzung mitteilte. Da die nahegelegene Einmündung der Großhaderner Straße in die Würmtalstraße anlässlich des künftigen Neubaus der Freiwilligen Feuerwehr ohnehin umgestaltet werden soll, wolle man noch abwarten. „Wir überlegen“, so die Viertel-Chefin.

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