"10 000 Menschen sind betroffen"

BA-Chef Johann Stadler fordert Einhausung der Lindauer Autobahn im Stadgebiet

Johann Stadler ist Vorsitender des Bezirksausschusses Hadern. Im Interview mit Hallo München räumt er mit alten Gerüchten auf und erklärt, warum die U-Bahn Verlängerung nach Martinsried für Hadern so wichtig ist. Hallo München: Herr Stadler, im Juni starb ein junger Türke nach einer Messerstecherei in der Blumenau. Die Polizei zeigte tagelang starke Präsenz, um die Situation im Griff zu behalten. Wie ist dort heute die Lage? Johann Stadler: Das Problem scheint weitgehend gelöst. Als das passiert ist, waren BA und Stadt bereits damit beschäftigt, Lösungen zu finden. Das Mütterzentrum ist fertig, wir haben jetzt verstärkt Streetworker. Es sollen Anlaufstellen für Jugendliche geschaffen werden. Also ist alles wieder gut in der Blumenau? Nein. In Teilen fehlt uns dort einfach eine soziale Durchmischung. Aber von großen Problemen zu reden ist übertrieben. Schwierig ist zum Beispiel, dass vielen neuen Bewohnern die Kaufkraft fehlt. Das wird zum Problem für das Einkaufszentrum. Wie verändert sich Hadern denn insgesamt? Hadern ist seit vielen Jahren im Wandel begriffen. Wir haben nur noch die Hälfte der Sozialwohnungen wie vor 20 Jahren und der Anteil sinkt weiter. Der Lärmschutz an der A96 ist ein Dauerbrenner im Viertel. Gibt es Hoffnung für die Anwohner? Die Dramatik ist, dass bei uns 10 000 Menschen betroffen sind. Es ist paradox: Da geht nichts voran und bei neuen Autobahnen bekommt jeder Weiler einen anständigen Lärmschutz. Wir sind schon froh, dass Bürger über eine Petition im Landtag einen neuen Überzug für die Fahrbahn erreicht haben. Am liebsten wäre uns eine Einhausung oder dass der Lärmschutz bis zur Stadtgrenze durchgeht. Es war zu lesen, dass die Innenstadtkliniken nicht wie geplant nach Großhadern kommen... Da wurde viel geschrieben. Das stimmte aber einfach nicht. Fakt ist, dass das Uni-Klinikum um 75 OP-Plätze erweitert wird. Die sind im Bau und das wird bis auf Kleinigkeiten wie geplant durchgezogen. 2012 können wir eröffnen. Die U-Bahn-Verlängerung nach Martinsried liegt ihnen sehr am Herzen. Dabei gibt es für Hadern doch gar keine neuen Stationen? Erst einmal hoffen wir, dass es wie geplant beim Baubeginn 2011 bleibt. Uns geht es in Hadern um eine Entlastung von Autoverkehr. Die Hoffnung ist, dass die Pendler von auswärts schon in Martinsried auf die U-Bahn umsteigen und gar nicht mehr ins Viertel kommen. Um die Verkehrsbelastung geht es Ihnen auch bezüglich der Staatsstraße 2063. Welche Lösung streben Sie an? Seit 30, 35 Jahren steht das Projekt im Raum ohne, dass es weiter geht. Die Gräfelfinger würden gerne bauen, aber im einen Abschnitt sperrt sich Pasing, im anderen die Planegger. Inzwischen wäre mir wurst, wenn die Pasinger und Planegger ihre Abschnitte verhindern. Wenn der Abschnitt von der Autobahn bis zur Würmtalstraße gebaut würde, wäre das für uns schon eine große Entlastung, weil die Leute von der Autobahn nach Martinsried dann nicht mehr durch Hadern müssten. Worauf darf man sich im neuen Jahr freuen? Eine tolle Sache wird sicher die Stadtteilwoche vom 4. bis 10. Juni, auf der sich wieder Künstler, Privatleute und Vereine präsentieren werden. Am 27. Juni haben wir die zweite Infoveranstaltung, da kann man sich noch anmelden. Die Stadtteilwochen sind bei uns immer besonders gut gelaufen. Schließlich haben wir hier ein Vereinsleben das so lebendig ist wie auf dem Dorf. Interview: Felix Müller

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