Nachrichten aus der Bürgerversammlung Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt

Mein Viertel: Ein Vorbild für die ganze Stadt?

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Mehr Lebensqualität im 2. Stadtbezirk wünscht sich Eberhard Kaiser – durch mehr Grün, mehr Sicherheit durch Zebrastreifen und weniger Autos.

Ludwigsvorstadt – Mehr Sicherheit für Fußgänger und Radler, mehr Grün und weniger Autos – das fordert Eberhard Kaiser und präsentierte auf der Bürgerversammlung Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt seine Agenda

Als Eberhard Kaiser vor zehn Jahren beschloss, seine jetzige Wohnung im 2. Stadtbezirk zu kaufen, versprachen ihm die Visualisierungen auf den Exposés eine grüne Parklandschaft. Die Realität sieht anders aus, berichtet der 51-Jährige lachend – dabei ist ihm nicht ganz wohl bei der derzeitigen Situation in seinem Viertel. Aus diesem Grund, hat er bei der jüngsten Bürgerversammlung ein ganzes Antragspaket vorgetragen. Sein Ziel: Durch die Verkehrspolitik der Stadt muss endlich ein Ruck gehen.

Drei Anträge hat Kaiser gestellt: er fordert Verbesserungen für Fußgänger und Radler und daher eine Fahrrad- sowie eine Zebrastreifen-Offensive. Außerdem soll das Viertel „Pilotbezirk“ für eine Umgestaltung der Straße und Plätze werden, um eine bessere Lebensqualität zu erreichen.

Fahrrad- und Zebrastreifen-Offensive gefordert– außerdem soll das Viertel zum „Pilotbezirk“ werden

Der letzte Antrag liegt Kaiser besonders am Herzen, hierfür hat er eine Agenda bestehend aus folgenden Punkten ausgearbeitet: „In den nächsten zehn Jahren sollen jährlich drei Prozent der Autoparkplätze abgebaut werden, sodass am Ende noch etwa zwei Drittel der Plätze bestehen und zwar bevorzugt für Anwohner.“ Als Beispiel führt Kaiser den Holzplatz an, welcher ohne Autos zu einer grünen Oase werden könnte. Außerdem plädiert er dafür, nicht stark befahrene Straßenabschnitte zu Sackgassen zu machen – Röcklplatz, die Ecke Thalkirchner Straße/Müllerstraße oder die Ecke Maistraße/Rothmundstraße könnten „freundlicher, entspannter, grüner gestaltet werden.“ Frei werdende Flächen wiederum können dann für neue Radwege, Fahrrad-Abstellplätze und Kioske mit Bewirtung genutzt werden. Kaisers Meinung nach sei der Taxistand am Goetheplatz „völlig überdimensioniert“, die Fläche könnte man viel sinnvoller nutzen. „In anderen Städten Europas gibt es diese Kiosk-Kultur. Sie sorgt für Entspannung und ist Begegnungsstätte für die Bewohner des Viertels. Das ist die Art von Lebensqualität, die wir suchen und oft nur im Urlaub finden“, argumentiert Kaiser.

Er versteht sich nicht als Autogegner, nutzt selbst gegebenenfalls Mietwagen oder Car-Sharing. „Ich glaube durchaus, dass die Gesellschaft mittlerweile zu einem Umdenken bereit ist. Jetzt muss die Stadt mutig sein und etwas Neues versuchen“, hofft Kaiser. Die Stadt muss nun erst einmal alles prüfen, denn sämtliche Anträge von Kaiser wurden von der Bürgerversammlung angenommen.

Daniela Borsutzky

Neuer Fußweg?

Ein Fußweg über der Braunauer Eisenbahnbrücke könnte West– und Ostufer der Isar komfortabel miteinander verbinden.

Bereits zum wiederholten Mal wurde ein Antrag für einen Fußweg über die Braunauer Eisenbahnbrücke gestellt – und von der Versammlung sogar einstimmig angenommen. Dieser könne West– und Ostufer der Isar komfortabel miteinander verbinden. Die Chancen: Trotz wiederholtem Vortrag und vehementer Befürwortung aus dem Viertel fraglich, da die Brücke nicht städtisches Eigentum ist, sondern der Deutschen Bahn gehört. Das heißt: Sowohl Bezirksausschuss als auch Stadtspitze können nicht eigenmächtig entscheiden. Vorstöße, die Brücke für Fußgänger oder auch Radfahrer zu öffnen, haben in der Vergangenheit bereits die Bezirksausschüsse Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, Sendling sowie Untergiesing-Harlaching unternommen – erfolglos.

Weitere Nachrichten aus der Bürgerversammlung Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt lesen Sie hier.

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