Ausweitung des Sicherheitskonzepts

Mehr Sicherheit fürs Oktoberfest: Wiesn-Chef will Beschallungsanlage

Blick über das beleuchtete Oktoberfestgelände. Die Stadt will das Sicherheitskonzept insbesondere angesichts der Terrorgefahr weiter ausweiten.
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Blick über das beleuchtete Oktoberfestgelände. Die Stadt will das Sicherheitskonzept insbesondere angesichts der Terrorgefahr weiter ausweiten.

München - Der Zaun ist nicht genug! Die Sicherheitsbilanz der Wiesn 2016 war positiv - die Stadt will das Sicherheitskonzept aber weiter ausweiten. Wiesn-Chef Josef Schmid plädiert für eine Beschallungsanlage.

Die Stadt will das Sicherheitskonzept für das Oktoberfest insbesondere angesichts der Terrorgefahr auch 2017 weiter ausweiten. Mit einer Beschallungsanlage will Wiesn-Chef Josef Schmid (CSU) die Besucher im Notfall informieren und eine mögliche Massenpanik vermeiden. Falschmeldungen - unter anderem über die sozialen Medien - könnten diese Gefahr verschärfen, wie der Münchner Amoklauf gezeigt habe, heißt es in der Vorlage Schmids, der auch Zweiter Bürgermeister und Wirtschaftsreferent ist. „Dem kann nur durch eine sofortige umfassende Information der Gäste auf dem gesamten Festgelände mittels Lautsprecherdurchsagen begegnet werden.“

Es gehe auch um eine Räumung des Festgeländes in anderen Fällen, etwa bei einem Unwetter. „Ein Evakuierungskonzept ist nur umsetzbar, wenn die Betroffenen über den Entfluchtungsweg informiert werden können.“ Das größte Problem beim Oktoberfest sei der Geräuschpegel durch Musikanlagen der Schausteller und Musik in den Bierzelten. Die vorgestellte Anlage ermögliche die Stummschaltung der Anlagen und gleichzeitig darüber synchrone Durchsagen.

Mehrere Zeitungen hatten bereits darüber berichtet. Einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ vom Montag, dass die Anlage vier Millionen Euro kosten soll, bestätigte ein Sprecher des Wiesn-Chefs nicht.

Schmid nannte in der Vorlage ausdrücklich keine Kostenschätzung. Der geschätzte Auftragswert liege oberhalb des Schwellenwerts von 209 000 Euro, der zu einer EU-weiten Ausschreibung verpflichte. Aus Wettbewerbsgründen blieben die Schätzungen deshalb nicht-öffentlich. Am Mittwoch will der Stadtrat über die Vorlage entscheiden, nach der die Anlage zunächst für fünf Jahre vorgesehen ist.

Nicht nur das Thema Sicherheit der Wiesn polarisiert aktuell - erst im März war der Streit um die Bierpreis-Bremse eskaliert. Denn Wiesn-Chef Schmid hatte vorgeschlagen, den sonst jährlich steigenden Preis für die Maß drei Jahre lang bei 10,70 Euro zu deckeln.

Lesen Sie auch unser Interview mit Edmund Radlinger: Der 64-jährige Neuhauser sorgt seit 30 Jahren dafür, dass sich in der Stadt viel bewegt - als Chef der Münchner Schausteller. Er wurde dafür nun mit „München leuchtet“ in Gold ausgezeichnet. Hier gibt es den Chef der Schausteller von A bis Z.

dpa

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