Lutzstraße: Raser ausbremsen!

Anwohner fordern: Mehr Tempo-30-Schilder und eine Einbahnstraßenregelung

LAIM Die Anwohner der Lutzstraße sind sauer: „Ständig rasen die Autos durch unsere Straße“, schimpft Andreas Butzke, der seit sieben Jahren dort wohnt. Seit etwa zwei Jahren habe der Durchgangsverkehr extrem zugenommen. Schuld daran sei auch die Trambahn 19 in der Agnes-Bernauer-Straße: „Vor allem durch die Beschleunigung der Linie“, ärgert sich Butzke. „Seither nutzen viele Autofahrer unsere Straße als Durchgang“, erklärt der Anwohner. Die Fahrer gelangen so auf die Landsberger Straße und fahren weiter Richtung Innenstadt. Die Laimer ärgern sich auch darüber, dass viele nicht auf den Tacho schauen, wenn sie durch die Straße heizen. „Die fahren Tempo 50, 30 ist erlaubt“, erklärt Butzke. Schuld daran sei, dass nur jeweils ein Schild „Tempo 30“ am Anfang der Straße stehen soll. An der Lutzstraße steht hingegen nicht mal das: Wenn man nämlich von der Landsberger Straße kommt, fehlt das Schild völlig. „Auf einmal war es weg“, schimpft Friedrich Straßburger (Foto, li.), der seit sechs Jahren in der Lutzstraße wohnt. Die Anwohner fordern deshalb: „Wir brauchen mehr Schilder und vor allem das an der Landsberger Straße.“ Mehr Schilder begrüßt auch der Bezirksausschuss-Chef Josef Mögele. Außerdem denkt Mögele an eine Einbahnstraßen-Regelung. „Ich halte es für sinnvoll, die Straße teilweise in eine Richtung zu befahren“, so der Viertel-Chef. Die ganze Lutzstraße zu einer Einbahnstraße zu erklären, hält er für „schwierig“. „Dann würden die Autofahrer noch schneller durchfahren, weil es keinen Gegenverkehr gibt.“ So sehen es auch die Anwohner: „Wir würden uns über eine Einbahnstraßenregelung ab der Perhamerstraße freuen“, so Butzke. „So wäre die Verbindung zwischen den großen Straßen gekappt.“ Teilweise Einbahnstraße, mehr Schilder: Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) sagt, dass ein Anfrage auf Wiederholung von Straßenbschildern in der Lutzstraße bereits begelehnt worden sei. „Die Straßenverkehrsordnung besagt, dass Schilder am Anfang und Ende stehen müssen“, erklärt eine Sprecherin vom KVR. Mehr nicht. Zur geteilten Einbahnstraßenregelung sagt die KVR-Sprecherin: „So etwas ist prinzipiell möglich.“ Ein weiteres Problem sei die Parkplatzsituation: „Viele Autofahrer stellen ihr Auto teilweise auf den Gehweg“, klagt Butzke. Rollstuhlfahrer und Mütter mit Kinderwagen haben es doppelt schwer: Sie müssen den Gehweg verlassen und auf die Straße. „Und dabei rasen die Autofahrer vorbei.“ Vom Durchgangsverkehr sei auch der Kindergarten St. Ulrich betroffen: „Viele Mütter holen die Kleinen wegen den Rasern vom Kindergarten ab.“ Es habe bereits eine Probemessung seitens der Polizei gegeben. Die ergab allerdings nichts: „Wir hatten den typischen Vorführeffekt“, so Butzke. Aus diesem Grund hat sich ein Anwohner jetzt eine Raserpistole gekauft. Mit dieser Errungenschaft legt er sich auf die Lauer, um die Raser zu überführen und sie dann vorzulegen. Das Problem sei schließlich nicht neu. „Richtig“, stimmt BA-Chef Mögele zu. „Das Thema beschäftigt uns bereits seit etwa vier Jahren.“ Passiert ist bisher allerdings noch gar nichts. Josef Mögele: „Bis jetzt gab es keinen Vorschlag.“ Allerdings sei in naher Zukunft ein Ortstermin geplant. Und dann müsse man weiter schauen, erklärt Mögele. Ines Grabe

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