Trotz Einwand der CSU

BA Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt stimmt für ein Kurt-Eisner-Gedenkfest

Kurt Eisner rief 1918 den Freistaat Bayern aus und wurde der erste bayerische Ministerpräsident. Der Bezirksausschuss möchte ihm zu Ehren feiern – doch es gibt Gegenwind aus der CSU.
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Kurt Eisner rief 1918 den Freistaat Bayern aus und wurde der erste bayerische Ministerpräsident. Der Bezirksausschuss möchte ihm zu Ehren feiern – doch es gibt Gegenwind aus der CSU.

Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt: Eine Feier für den ersten Minister

Im kommenden Jahr jährt sich die Novemberrevolution in Bayern zum 100. Mal. Deswegen soll am 7. November auf der Theresienwiese eine Gedenkfeier für die Revolution und zu Ehren von Kurt Eisner, dem ersten Ministerpräsidenten, stattfinden. Für dieses Jubiläum arbeiten die Geschichtswerkstatt Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, das Archiv der Münchner Arbeiterbewegung und die Sendlinger Kulturschmiede zusammen.

Die SPD-Fraktion im Bezirks­ausschuss (BA) Isarvorstadt-Ludwigsvorstadt möchte deswegen, dass sich das Gremium zumindest mit einer Veranstaltung auf der Theresienwiese in Erinnerung an die bayerische Revolution des Jahres 1918 beteiligt.

Der Antrag ging zwar mehrheitlich durch – nicht jedoch ohne Meinungsverschiedenheiten. Laut CSU sollen sich die Stadtteilpolitiker aus der Gedenkfeier heraushalten. „Wir lehnen den Antrag für die Kurt-Eisner-Gedenkfeier sowohl inhaltlich als auch personell ab“, sagte CSU-Fraktionssprecher Florian Florack. Franz Bruckmeir von der SPD entgegnete jedoch: „Wir haben ihm den Freistaat Bayern zu verdanken – nicht der CSU.“ Er sei deswegen explizit für den Antrag, der BA folgte ihm mehrheitlich.

Julia Langhof

Kurt Eisner und die Revolution

Am 7. November 1918 gelang es in München einer kleinen Schar von Linksoppositionellen um den unabhängigen Sozialdemokraten Kurt Eisner (1867-1919), den bayerischen König Ludwig III. (1845-1921) zu stürzen – und das friedlich und ohne nennnenswerten Widerstand. Kurt Eisner rief noch in der Nacht den Freistaat Bayern aus, erklärte das Ende der Herrschaft von Ludwig III. und regierte bis 1919. Als seine Partei, die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands, die Wahl verlor, wollte Eisner zurücktreten. Auf dem Weg zum Landtag wurde Eisner von dem Studenten Anton Graf von Arco auf Valley erschossen.

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