Bei dem Projekt von St. Rupert können die Besucher selbst kreativ werden

Eine Kirche wird zum Kunstlabor

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Ein Mobile aus Fischformen schafft Künstler Lothar Götter bei der ersten Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Laborarium“ – und alle können ihm dabei helfen.

In den kommenden Wochen stellen einige Künstler ihre Werke in der St. Rupert Kirche im Westend aus. Ziele der Veranstaltung und weitere Termine können Sie hier nachlesen.

Ein bunter Bauzaun steht seit einigen Wochen draußen vor der St. Rupert-Kirche im Westend. In großen Graffiti-Buchstaben ist darauf zu lesen„St. Rupert goes Zukunft“ und „Laborarium“. 25 Kinder und Jugendliche haben den Zaun vor einigen Wochen besprüht, er zeigt schon von außen: In St. Rupert passiert gerade viel. Zum einen wird die Kirche renoviert, zum anderen startet ein neues Kunstprojekt namens Laborarium.

In den nächsten Wochen präsentieren fünf Künstler aus dem Westend ihre Werke: Von bildender Kunst über Musik bis hin zu Tanz ist alles dabei. „Es soll etwas Neues, Experimentelles sein“, sagt Projektkoordinator Wolfgang Gebhard. „Wie in einem Labor eben.“

Ein Labor, in dem sich jeder ausprobieren darf. Denn bei den Aktionen sollen die Besucher mitmachen. „Man kann Teil des Ganzen werden“, so Gebhard, „und nicht nur ein Betrachter der Kunst bleiben.“

Bei der ersten Aktion am Samstag, 24. September, können die Besucher zum Beispiel gemeinsam mit dem Künstler Lothar Götter verschiedene Fischformen kreieren, die dann wie ein Mobile im Kirchenraum aufgehängt werden. Vorkenntnisse sind bei dieser und auch bei den anderen Aktionen (siehe Info unten) nicht erforderlich. Es geht nicht darum, dass perfekte Arbeiten entstehen, sondern um die besondere Stimmung, die in dem Gotteshaus aufkommt. Dazu tragen auch musikalische Begleitung und nachdenkliche Texte bei. „Es ist eine andere Möglichkeit, Spiritualität zu erleben“, sagt Pfarrgemeinderatsvorsitzende Manuela Dillmeier.

Ihr ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen, dass das Leben in der Pfarrei trotz der Renovierung weitergeht. Die Arbeiten am Dachstuhl und an der Laterne sind schon weitgehend abgeschlossen, gerade wird das Dach neu gedeckt und die Innenrenovierung hat begonnen. Währenddessen wird die Kirche als künstlerische Plattform, Bühne und Leinwand belebt. „Wir erwarten, dass Menschen in die Kirche kommen, die sonst nicht da sind“, hofft Dillmeier. „Ich glaube, dass Kunst ein Türöffner ist.“ Schuri

Diese Aktionen sind beim Laborarium geplant

Samstag, 24. September: Der Künstler Lothar Götter inszeniert die biblische Brot- und Fischvermehrung. Interessierte können sich am Nachmittag daran beteiligen (Anmeldung: kontakt@lothargoetter.de). Ab 18.30 wird die Installation begleitet von Orgelmusik und theologischen Texten.

Samstag, 8. Oktober: Tänzer Peter Joelsch widmet sich ab 18.30 Uhr dem Thema „Begegnungen“ und bezieht das Publikum interaktiv mit ein.

Sonntag, 23. Oktober: Beim Konzert „Ascending Voices VII“ gibt es moderne geistliche Musik abseits ausgetretener Wege.

Samstag, 5. November: Die Tanzperformerin Helga Seewan lässt die Besucher über Arm- und Handhaltungen den spirituellen Raum Kirche erspüren. Beginn ist um 18.30 Uhr.

Samstag, 19. November: Eine Kapelle in der Kirche entsteht bei Andreas Eichlingers Installation, man kann daran mitarbeiten (Anmeldung: andreas@eichlinger-architekten.de).

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