Zwei junge Männer planen großes Kulturfest – Bezirksausschuss ist noch skeptisch

Klein-Asien im Westpark?

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Traditionelle asiatische Kultur wie diese thailändischen Tänze möchten Florian Berger und Michel Kunze beim Asiafest im Westpark präsentieren.

Klein-Asien zu Gast im Westpark, ein ganzes Wochenende lang – das wollen zwei junge Männer auf die Beine stellen. Doch der Bezirks­ausschuss ist skeptisch – mehr dazu lesen Sie hier.

Fremde Kulturen, ungewöhnliches asiatisches Essen und Jahrhunderte alte Kampfkunst. Das können Besucher vielleicht nächsten Juni im Westpark erleben. Florian Berger (24, l.) und Michel Kunze, (31, r.) möchten dort an einem Wochenende ein großes Asiafest veranstalten. Es wäre eine einzigartige Veranstaltung in Deutschland, aber nicht alle sind von der Idee begeistert. 

Der Bezirksausschuss Sendling-Westpark steht den Plänen der beiden Freunde skeptisch gegenüber. „Wir wollen eigentlich den Westpark schützen“, erklärte Walter Sturm (SPD). „Es ist dort sowieso schon so viel los.“ Weitere Bedenken des Gremiums waren, dass es zu Lärmbelästigungen der Anwohner kommen würde und dass die Feier in ein großes Festival ausarten könnte. „Ich habe die Befürchtung, dass es in erheblichem Umfang kommerziell sein wird“, so BA-Vorsitzender Günter Keller (SPD).

Dem widersprechen Berger und Kunze. „Wir machen alles ehrenamtlich“, so Michel Kunze. „Es geht uns nicht darum, Geld zu machen, sondern um den kulturellen Hintergrund.“ Asien ist die große Leidenschaft der beiden. Kunze ist Halb-Philippine, Berger hat einen halb-indonesischen Bruder und ist so ebenfalls mit der asiatischen Kultur aufgewachsen.

„Was mich an Asien so fasziniert ist das Zuvorkommende und die Gastfreundschaft“, so Berger. „Die Menschen haben oft nicht viel, aber sie genießen das Leben.“

Diese Lebensfreude möchten die beiden jetzt in den Westpark bringen. „Es soll eine Familienveranstaltung werden“, erklärt Kunze. „Wir wollen keine Massenparty machen und es wird nichts geben, was nichts mit Asien zu tun hat.“

Geplant sind Stände, bei denen sich die verschiedenen Länder präsentieren. Einige Gruppen werden mit Shows die Kulturen und Traditionen vorstellen. Dazu soll es asiatisches Essen geben. „Die Drei-Euro-Nudelbox und Glückskekse wird man aber nicht finden“, kündigt Kunze an. „So was gehört nicht zum traditionellen Asien und wir wollen, dass das Fest authentisch ist.“ Angeboten werden sollen stattdessen Gerichte, die man in München sonst eher selten findet.

„Die Aussteller müssen sich bewerben und wir entscheiden dann, ob sie zu uns passen“, erklärt Berger. Er betont: „Wir wollen mit dem Bezirksausschuss zusammenarbeiten und uns anpassen, zum Beispiel mit der Musik.“

Berger und Kunze haben sich nach einer Empfehlung des Kulturreferats für den Westpark als Veranstaltungsort entschieden, dort gibt es einen asiatischen Garten inklusive Tempel und Buddha-Statue. Im Moment läuft das Genehmigungsverfahren für das Asiafest beim Kreisverwaltungsreferat.

Claudia Schuri

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