Kinderkrankenhaus geplant

Spital will in die Champions League

Um Kindern noch besser helfen zu können, plant das Krankenhaus einen Neubau in Großhadern.

GROSSHADERN Das Dr. von Haunersche Kinderspital hat Großes vor: Es plant einen Neubau südlich des Großklinikums in Großhadern. Aber nicht irgendeinen: „Das Neue Hauner soll ein Leuchtturm der Kindermedizin werden“, sagt Professor Christoph Klein (49, Foto), ärztlicher Direktor der Kinderklinik und Kinderpoliklinik (siehe Interview). Mit dem Neubau wolle man künftig in der Champions League spielen. Das hat seinen Preis: 170 bis 180 Millionen Euro soll das Neue Hauner kosten. Um das zu realisieren, ist das Kinderspital auf Mithilfe aus der Bevölkerung angewiesen. Das Dr. von Haunersche Kinderspital zählt zu den renommiertesten Kinderkliniken Deutschlands – aber auch zu den ältesten. Seit 1882 ist das Spital in den Räumlichkeiten am Goetheplatz untergebracht. Viele der betreuten Kinder haben schwerste und zum größten Teil seltene Erkrankungen. „Wir sind sozusagen die letzte Wiese für Kinder, die anderswo keine Hilfe bekommen können.“

Mittlerweile würden die alten Gemäuer aber nicht mehr die Voraussetzungen erfüllen, um eine Hochleistungsmedizin in kindgerechtem Ambiente durchzuführen, sagt der Direktor. So gebe es Bereiche, die einsturzgefährdet erscheinen. Deshalb nun der Plan für einen Neubau.

Die Bayerische Staatsregierung hat bereits ihre tatkräftige Unterstützung in Aussicht gestellt: Sie will 125 Millionen Euro für den Neubau beisteuern. „Eine hohe Summe. Aber sie reicht nicht aus, um das umzusetzen, was uns am Herzen liegt“, sagt der 49-Jährige. „Nämlich ein kindgerechtes Krankenhaus mit Geburtsklinik, wo die beste Medizin nicht nur angewandt wird, sondern wo wir die Grenzen unseres Wissens kontinuierlich erweitern können.“ Schließlich wolle man morgen die Kinder heilen, die heute noch nicht geheilt werden können.

„Jedes Jahr sterben in Bayern 500 Kinder – also 20 Schulklassen – an seltenen Erkrankungen, weil wir nicht genug über ihre Krankheiten wissen“, so Professor Klein. Dies solle sich durch die verbesserten Möglichkeiten im Neuen Hauner deutlich ändern.

Um den Kindern die bestmögliche Betreuung bieten zu können, sucht die Klinik nach Spendern. Derzeit stimmt die Klinik ein Konzept mit dem Ministerium ab. Nach Freigabe soll im Sommer ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden. „Im besten Fall können wir im Jahr 2020 umziehen“, so Professor Klein. Robert Feiner

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So können Sie helfen:
Zahlreiche Stiftungen unterstützen das Dr. von Haunersche Kinderspital. Eine davon: die Care-for-Rare-Foundation. Spendenkonto 35 33; Sparkasse Ulm; BLZ 630 500 00. 

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Interview mit dem Klinikdirektor

"Wir brauchen noch 20 Millionen Euro"

Herr Professor Klein, das Neue Hauner soll vor allem kindgerecht sein. Wie kann man sich das vorstellen?
„Es soll eine Atmosphäre geschaffen werden, wo sich die kleinen Patienten wohlfühlen – sofern man sich in einem Krankenhaus wohlfühlen kann. Ein kleines Beispiel: Im Eingangsbereich steht kein hoher Tresen, wo nur die Eltern etwas sehen und die Kinder unten vor einer Wand stehen.“

Das Neue Hauner soll ein Leuchtturm der Kindermedizin werden. Dafür benötigen Sie noch Geld...
„Um eine Ausstattung über den Standard hinaus zu haben, brauchen wir die Bevölkerung. Nur wenn wir eine Welle der Solidarisierung auslösen können, schaffen wir es, modernste Medizin in kindgerechtem Ambiente anzubieten. Ein solches Projekt kostet Geld, sowie auch ein Fußballclub wie der FC Bayern nicht für Nichts zu haben ist.“

Wieviel fehlt noch?
„Bisher haben wir eine siebenstellige Summe erreicht. Insgesamt brauchen wir 20 Millionen Euro.“

Eine stolze Summe...
„Ja. Aber wenn Sie das vergleichen mit den Kosten oder den Aufwendungen, die bei Sportveranstaltungen aufgebracht werden, ist das nicht viel.“

Etwa ein halber Mario Götze...
„Ganz genau.“

rfe

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