Kampf gegen Spielhalle geht weiter

Sendling-westpark

Ihren Ruf hat die Hansastraße längst weg. Prostitution, Drogen, Zockerparadiese so groß wie Supermärkte – und jetzt soll in den Hallen des früheren Kartpalasts auch noch Deutschlands größte Spielhalle entstehen. Wie berichtet, ist der Spielhallenbetreiber VGL GmbH nach dem Auszug des Kartpalasts mit sechs Spielhallen mit je bis zu 25 Automaten an der Hansastraße eingezogen. Doch anscheinend reicht das dem Betreiber nicht. Zwölf weitere Hallen sollen hinzukommen – und würden dann die größte „Spielhölle“ zwischen Flensburg und Berchtesgaden bilden. Stadt und Bezirksausschüsse kämpfen seit Jahren gegen die rapide Ausbreitung der Spielhallen – meist vergeblich. An der Hansastraße hatte der Stadtrat vergangenen Sommer der VGL die Genehmigung verweigert. Dagegen hatte der Spielhallen-Betreiber geklagt – und Recht bekommen. Das Kreisverwaltungsreferat hat zwar eine Berufung beantragt, doch KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle, will den Antrag zurückziehen. Denn falls die Stadt verliert, könnte der Betreiber die Landeshauptstadt auf Schadenersatz für den entgangenen Gewinn verklagen. Und der dürfte nicht gerade niedrig sein. Das Problem mit den Spielhallen ist nicht neu. Seit Jahren schießen sie wie Pilze an allen Ecken aus dem Boden. „Es gibt pausenlos Interessenten“, sagt Peter Seidel, Leiter der zuständigen Bezirksinspektion im Kreisverwaltungsreferat. Der geplante Komplex an der Hansastraße beeindruckt selbst Seidel. „Das wäre ein Riesen-Ding.“ Und auch die Bürger sorgen sich. „Die Hallen sind schrecklich. Die jungen Leute verzocken hier doch ihr ganzes Leben“, sagt eine Anwohnerin. Wie und ob es an der Hansastraße weitergeht, darüber will der Stadtrat nächste Woche beraten. CSU-Stadtrat Michael Kuffer will alle möglichen Rechtsmittel ausschöpfen, auch wenn das ein großes Risiko sei.

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