Kahlschlag während des Urlaubs

Ehepaar klagt: »Nachbarin hat unseren Garten verwüsten lassen!«

Sendling-Westpark Eddie und Helga Guba trauen ihren Augen nicht: Als das Ehepaar nach dem Urlaub nach Hause kommt, gleicht ihr Garten einem Schlachtfeld: Von drei alten, hoch gewachsenen Bäumen sind nur noch Stümpfe übrig. Ein vierter Baumstamm ragt kahl in den Himmel – ihm wurden sämtliche Äste abgesägt. Wer hat das getan? Das wissen die Gubas genau: Ihre direkte Nachbarin. „Sie ist in unseren Garten eingedrungen, während wir nicht daheim waren, und hat die drei völlig gesunden Bäume fällen lassen und andere vollkommen entstellt“, schimpft Eddie Guba. Wie es dazu kommen konnte: Die Nachbarin sei vor ihrem Urlaub auf seine Frau zugekommen, mit der Bitte, die über den Zaun ragenden Äste entfernen zu dürfen: „Ein paar Zweigerl, hat sie gesagt! Wir konnten ja nicht ahnen, dass sie unseren ganzen Garten kaputt macht!“ Zudem soll sich die Nachbarin den Zeitpunkt der „Verwüstung“ ganz genau ausgesucht haben: „Sie wusste, dass wir verreisen“, so Guba. „Dabei haben wir ausdrücklich betont, dass wir dabei sein wollen, wenn der Gärtner kommt.“ Die Absprache mit den Gubas bestätigt die Nachbarin auf „Hallo München“-Anfrage – die Sendlingerin ist sich aber keiner Schuld bewusst: „Herr Guba kann froh sein, dass wir das umsonst gemacht haben. Die Bäume waren alle morsch“, begründet sie ihr Handeln – eine Aussage, die Eddie Gubas Zorn noch höher kochen lässt: „Die Bäume waren völlig gesund und standen unter Baumschutz!“ Was er als Grund des radikalen Eingriffs vermutet: „Unsere Nachbarin wollte einfach mehr Licht in der Wohnung.“ Deshalb habe sie die Bäume der Gubas kurzerhand fällen lassen. Ein „Lichtblick“, der die Nachbarin vielleicht teuer zu stehen kommt. Denn: „Es kostet bis zu 60 000 Euro, um den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen“, hat der Rentner errechnet. Das Geld wollen die Gubas nun gerichtlich einfordern: „Wir haben die Nachbarn angezeigt“, sagt Eddie Guba. Der 79-Jährige will, dass das gerodete Stück im Garten wieder aufgeforstet wird – außerdem hätten die Nachbarn Hausfriedensbruch begangen. Gerichtstermin ist in wenigen Wochen. Da die Bäume nach Aussage Gubas unter Baumschutz stehen, rät Michael Hardi vom Plaungsreferat außerdem, den Fall bei der Lokalbaukommission zu melden. Dass sie vor Gericht Recht bekommen, davon sind die Gubas überzeugt. Was momentan bleibt, ist der traurige Blick auf den Garten. Daniela Schmitt

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