»Jugend braucht Zeit – und Räume«

KJR-Vorsitzende plädiert für mehr Toleranz und billigere MVV-Tickets

MÜNCHEN Karin Ruckdäschel (Foto) ist Vorsitzende des Kreisjugendrings München-Stadt (KJR). „Hallo München“ wollte von ihr wissen, was die wichtigsten Themen für Münchner Jugendliche sind... Gibt es in München genug Orte für die Jugend? Es gibt stadtweit Einrichtungen vom KJR und anderen Trägern. Aber Jugendliche brauchen auch öffentliche Räume, Treppen zum Skaten – und ob sie die nutzen können, ist individuell schon sehr von der Nachbarschaft abhängig. Die Toleranz gegenüber Jugendlärm ist geringer als gegenüber Kinderlärm. Torjubel, Skaten – das muss eine Stadt wie München verkraften. Wie gestaltet der KJR seine Freizeittreffs? Was wichtig ist, ist ein offenes Angebot an Treffs, um Kicker oder Computer spielen zu können. Die ganzen Dinge, die immer einen Zweck verfolgen, haben sie ja schon in der Schule. Wir bieten aber auch Mittagstische, Hausaufgabenbetreuung. Wir greifen zudem aktuelle Thematiken auf – wie Handy-Clips. Als die im Trend waren, haben wir Workshops angeboten: Die technische Seite, aber auch wie viel Gewalt ist vertretbar? Die Treffs verändern sich im Laufe der Jahre, je nachdem, wer ihn gerade nutzt. Die Besucher entscheiden selbst, was es an Angeboten gibt oder wie Räume gestaltet werden. Was fehlt den Jugendlichen noch in München? Zeit – und Mobilität. Wir brauchen dringend billigere MVV-Tickets und bessere Abo-Angebote für Schüler und Azubis. Ich kenne viele Jugendliche, die noch nie aus ihrem Viertel herausgekommen sind; dabei ist Mobilität schon wichtig. Die meisten Straftaten von Jugendlichen drehen sich um das Schwarzfahren. Das müsste doch zum Umdenken bewegen. Und etwas, worauf die Stadt leider keinen Einfluss hat, ist die Bildungspolitik: Freizeit, die Jugendliche haben, wird immer weniger, und bei den Gymnasiasten ist es extrem schwer. Jugendverbände merken es deutlich: Gruppen können sich nur noch am Wochenende treffen, es finden sich immer weniger Leiter und ehrenamtliche Helfer in der G8-Generation. Wahrscheinlich wird sich die Jugendarbeit verlagern in die Schulen. Maren Heußler Oben Ohne – alles neu Dieses Jahr ist das beliebte KJR-Festival „Oben Ohne“ anders: „Wir haben eine neue Location am Bavariapark“, sagt die Vorsitzende, Karin Ruckdäschel. „Und wir zeigen heuer Bands, die nicht ganz so bekannt, aber dafür ziemlich kultig sind.“ Das Line Up am Samstag, 26. Juli, von 13 bis 22 Uhr: Die Rapper Dendeman und Creme Fresh, die Hip Hop-Gruppe Texta, The Busters, Creme Fresh, Einshoch 6, La Brass Banda, die Rocker von Bienenstich und die Band „à la SKA“. Der Eintritt kostet drei Euro, fur unter 18-Jährige ist das Festival des Kreisjugendrings kostenlos.

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