Überarbeitetes Standort-Konzept: Laim muss zehn Jahre auf Wache warten

Jetzt brennt’s bei der Feuerwehr

+
Damit die Feuerwehr-Einsatzkräfte auch im dicht besiedelten München schnellstmöglich am Einsatzort sein können, sollen mehr Wachen entstehen. Doch die Umsetzung des Konzepts verzögert sich nun.

Laim – In zehn Minuten am Einsatzort – eine Vorgabe, die in München oft nicht einzuhalten ist – Deshalb sollen mehr Wachen entstehen – Doch der Prozess verzögert sich – Bitter: vor allem für Laim 

Der Bau von fünf neuen Wachen für die Münchner Berufsfeuerwehr wird sich um einige Jahre verzögern. Wie lange genau, ist von Fall zu Fall verschieden. Über zehn Jahre können es bei einer neuen Wache in Laim werden. Das geht aus einer Fortschreibung des 2013 beschlossenen Standortkonzepts hervor, welche Hallo vorliegt und die vom Stadtrat am 20. November behandelt werden soll.

Das Problem: Spätestens zehn Minuten nach Eingang eines Notrufs müsste die Münchner Feuerwehr am Einsatzort ein. Das klappt aber schon jetzt nicht überall und wird mit jedem neuen Wohngebiet schwieriger. Deshalb soll die Zahl der Feuerwachen von zehn auf zwölf steigen. Konkret: Die bisherigen Wachen Westend, Pasing und Milbertshofen sollen aufgelassen und auf fünf neue, moderne Standorte erweitert werden. Die Grundstückssuche und -sicherung dauert jedoch. Zudem hätten sich „aufgrund von äußeren Rahmenbedingungen und Änderungen von gesetzlichen Grundlagen (...) Verschiebungen ergeben“, begründet die Verwaltung die Verzögerungen. Die Projekte:

Provisorium für zehn Jahre

Auf einem Baumschulgelände an der Ecke Gotthard-/Fischer-von-Erlach-Straße wäre laut Verwaltung ein „gut bis sehr gut“ geeigneter Standort verfügbar – allerdings nicht vor 2029.

Laim: Auf einem Baumschulgelände an der Ecke Gotthard-/Fischer-von-Erlach-Straße wäre laut Verwaltung ein „gut bis sehr gut“ geeigneter Standort verfügbar – allerdings nicht vor 2029. Bei der Planung müssten der Neubau des U-Bahnhofs Gotthardstraße und die Siedlungsentwicklung berücksichtigt werden. Aus dem für den Zeitraum 2018 bis 2021 geplanten Baubeginn wird also nichts. „Die Branddirektion sieht aber gerade für diese Feuerwache einen dringenden Handlungsbedarf zur umgehenden Sicherstellung der Hilfsfristabdeckung“, heißt es in der Vorlage für den Stadtrat. Die Lösung soll ein für zehn Jahre ausgelegtes Provisorium „an einem Standort im näheren Umfeld“ sein. Baubeginn und Inbetriebnahme sollen 2021 sein. Die Feuerwache 3 (Westend) an der Heimeranstraße soll bis zur Fertigstellung des endgültigen Neubaus erhalten bleiben.

Aubing und Allach: Anstelle der Wache 6 (Pasing) sind zwei neue Feuerwachen in Aubing und Allach geplant. Als Aubinger Standort hat die Verwaltung ein städtisches Grundstück im Bereich der Gewerbeflächen an der Kastelburgstraße ins Auge gefasst. „Zu klären bleibt die Verkehrsanbindung in das Neubaugebiet Freiham, für das die neue Wache ebenfalls zuständig sein wird“, weshalb ein Bau nicht vor 2025 möglich sei. Frühestens 2027 sieht die Verwaltung die Chance, mit dem Bau einer Wache in Allach-Untermenzing zu starten (Bauzeit wären jeweils zwei Jahre). Als Standort wird laut Birgit Unterhuber vom Kommunalreferat „eines der beiden Spielfelder“ des SV Untermenzing an der Von-Kahr-/Professor-Eichmann-Straße geprüft. Ersatz für den Sportverein könnte eventuell an der Weinschenkstraße geschaffen werden. Auch das lotet die Stadt derzeit erst aus.

Sportverein soll ausweichen

Auf dem Sportplatz des SV Untermenzing könnte bald eine Feuerwache entstehen.

Feldmoching und Freimann: Diese beiden Standorte sollen die Wache 7 (Milbertshofen) ersetzen. Das Baufeld im Bereich der ehemaligen Bayernkaserne soll ab 2023 zur Verfügung stehen. „Dieser Standort kann als gesichert betrachtet werden“, heißt es in der Vorlage. Er liegt sogar noch im Zeitplan von 2013. Ziel war damals ein Bau­start zwischen 2021 und 2025 – ebenso wie in Feldmoching. Dort wird es nach jetzigem Stand 2025 werden, bis neben einer geplanten neuen Bahn­unterführung am Übergang Lerchenauer Straße eine neue Wache errichtet werden kann.

Geändert hat sich außerdem der Zeitplan für die Erweiterung der Feuerwehrschule an der Aidenbachstraße in Sendling: Baubeginn ist nun 2021 statt 2018, Inbetriebnahme 2026.

Zusammengerechnet werden die genannten Projekte rund 330 Millionen Euro kosten.

Ursula Löschau

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

HOLIDAY ON ICE entdeckt ATLANTIS
HOLIDAY ON ICE entdeckt ATLANTIS
Nach dem Hitzesommer: München trocknet aus
Nach dem Hitzesommer: München trocknet aus
Hilfe für die Bewohner - zu teuer für die GWG!
Hilfe für die Bewohner - zu teuer für die GWG!
Die Handball WM 2019 in München
Die Handball WM 2019 in München

Kommentare