Bahnhof Laim „besonderer Problemfall“

Jetzt auch noch Ratten am Bahnhof in Laim

Weiß-grau gesprenkelt mit Taubendreck – so präsentiert sich der Laimer Bahnhof.
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Weiß-grau gesprenkelt mit Taubendreck – so präsentiert sich der Laimer Bahnhof.

Laim: Dreck und Müll ziehen Tiere an – die Bahn geht mit Köderboxen und Stacheln gegen Nager und Tauben vor.

Am Laimer Bahnhof regnet es regelmäßig. Und zwar Kot, Federn und allerlei Dreck. Schuld sind die Tauben, die es sich in den offenen Bereichen gemütlich machen. Doch nicht nur, weil man diesem Problem nicht Herr wird, reißt Josef Mögele, Vorsitzender des Bezirksausschusses Laim, jetzt der Geduldsfaden. Aktuell werden auch verstärkt Ratten am Bahnhof gesichtet.

Dem Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) ist der Bahnhof Laim als „besonderer Problemfall“ schon lange bekannt. Die Bahn als Grundeigentümer ist dafür zuständig, sich der Sache anzunehmen. Bezüglich der Tauben werden aktuell die bereits vorhandenen Stachel ausgetauscht. Denn diese sogenannten Spieker werden von den Tauben oftmals verbogen, teilweise nisten die Tiere sogar trotzdem dazwischen. Außerdem sei eine Firma beauftragt, den offenen Bereich direkt unter dem Bahnsteigdach mit Kunststoffplatten zu verschließen. Die Verschmutzungen auf der Treppe werden mit der wöchentlichen Hochdruckreinigung beseitigt und die stark verschmutzten Hänge turnusmäßig gereinigt. Das verspricht jedoch keine langfristige Besserung. Wenige Stunden nach der Reinigung sieht es aus wie vorher. Auch das undichte Dach ist der Bahn bekannt – ein Termin für die Instandsetzung steht allerdings noch nicht fest.

Entsprechend sauer ist Josef Mögele: „Da werden immer nur so kleine Verschönerungsaktionen durchgeführt, die langfristig überhaupt nichts bringen!“

Die Deutsche Bahn sieht jedoch auch die Bürger in der Pflicht: „Die Vertreibung kann nicht funktionieren, wenn unvernünftige Zeitgenossen die Tauben auch noch regelmäßig füttern.“ Dem stimmt auch Mögele zu. Alle Möglichkeiten um das Taubenproblem in den Griff zu bekommen, werden aber scheinbar nicht ausgeschöpft. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt einen kontrollierten Taubenschlag, die Bahn hält dies für nicht zielführend: „Ein vor wenigen Jahren neu installiertes Taubenhaus am Hauptbahnhof hat keinerlei positive Wirkung gezeigt.“

In Bezug auf die Ratten wurden kürzlich wieder im gesamten Bereich Köderboxen ausgelegt, die wöchentlich kontrolliert und nachbestückt werden. Laut dem Referat für Gesundheit und Umwelt muss etwa einmal im Jahr eine Schädlingsbekämpfungsfirma ausrücken. Die Deutsche Bahn erklärt das Problem durch die „permanente Vermüllung“ der Böschung, durch welche die Nager ein hervorragendes Futterangebot vorfänden. Auch die Installation eines Rauchbereiches mit Ascher sowie das Aufstellen zusätzlicher Mülleimer habe nur marginale Verbesserungen gebracht: „Viele Reisende werfen auch weiterhin ihre Kippen und Kaffeebecher über das dortige Geländer auf Vordach und Bö­schung.“ dbo

Vergrämung

Eine Bekämpfung der Stadttauben kann die Stadt nicht anordnen. Die Tiere dürfen lediglich „vergrämt“ werden – das heißt, ihren Aufenthalt und das Nisten, zum Beispiel durch installierte Stacheln, weitestgehend unmöglich zu machen. Ob diese Maßnahme zielführend ist, bleibt zweifelhaft – wie ein Bahnsprecher einräumt: „Das ist ein sehr aufwändiges und teures Unterfangen, das in aller Regel dem Erscheinungsbild unserer Bahnhöfe abträglich ist und auch nicht immer den erhofften Erfolg bringt.“

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