Die Jahrhundert-Wiesn

Jubiläums-Oktoberfest: Nostalgie, historische Volksbelustigungen – und ein Pferderennen

München So ein Fest gibt’s nur alle hundert Jahre einmal: 2010 feiert die Wiesn großes Jubiläum – ein Feuerwerk der Nostalgie zum 200-jährigen Bestehen: Trabfahren im Sulky, Ringelstechen zu Pferd, eine Serenade vor der Bavaria, Volksbelustigungen, eine große Sonderausstellung im Stadtmuseum am St. Jakobsplatz, Pferderennen, antike Fahrgeschäfte, Losbuden, Schmankerl und Kostüme des 19. Jahrhunderts – ein Oktoberfest-Traum, der 2010 wahr werden könnte! Die Planungen für die Jahrhundert-Wiesn laufen bereits – unter dem Motto „Zurück zu den Wurzeln“. „Zur Zeit arbeite ich mit einem sehr kleinen, geheimen Kreis an einem Vorentwurf“, verrät Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid. „Später beziehen wir dann die Schausteller, die Brauereien und die Wiesnwirte in die Planungen mit ein.“ Im Zentrum der Vorbereitungen: das Stadtmuseum – die Einrichtung besitzt eine reiche Sammlung an historischen Schaustellerfassaden, alten Geisterbahnwagen, ein Horror-Panoptikum, Figuren von „Ab mit dem Zylinder“. Schausteller vermachen solche Raritäten oft Dr. Florian Dering, weil sie es bei ihm in den besten Händen wissen. Der Vize-Direktor des Stadtmuseums schrieb seine Dissertation über die Geschichte des Jahrmarkts und der Schaustellerei, zählt als absoluter Experte auf dem Gebiet. Nach „Hallo“-Informationen hat ein Kuratorium bereits erste Vorschläge erarbeitet – von historischen Volksbelustigungen über „antike“ Karusselle bis zu nostalgischen Zelt-Fassaden. „Wir planen auch eine Art Pferderennen“, erklärt Hans Spindler, Leiter der Veranstaltungsabteilung. „Das war schließlich der Ursprung des Oktoberfestes.“ Das Pferderennen, das 1810 anlässlich der Hochzeit des Kronprinzen Ludwig, des späteren Königs Ludwigs I., mit Therese von Sachsen-Hildburghausen, veranstaltet wurde, gilt als Geburtsstunde der Wiesn. „Das Problem ist, dass wir auf der Theresienwiese selbst keinen Platz dafür haben werden“, so Schmid. Alternative Standorte für so ein Rennen würden noch gesucht. Ebenso müsste noch die Finanzierung geklärt werden. Schmid: „Dann sehen wir, was machbar ist.“ Bis zur Sommerpause des Stadtrats soll ein konkretes Konzept vorgestellt werden. In der Zwischenzeit läuft bei allen Beteiligten das Brainstorming auf Hochtouren. Auch die Schausteller sind bereits im Jahrhundert-Wiesn-Fieber – siewollen das anstehende Frühlingsfest nostalgisch angehaucht präsentieren, mit Orgeln und Ballonglühen (siehe Kasten). „Wir wollen zurück zu einem gemütlichen, traditionellen Fest“, sagt Schausteller-Sprecherin Yvonne Heckl. Die erste Generalprobe für die schönste Wiesn seit 100 Jahren... Maren Heußler Frühlingsfest: Ein Hauch von Nostalgie MÜNCHEN Zum 45. Frühlingsfest, das vom 17. April bis zum 3. Mai auf der Theresienwiese stattfindet, hat sich die Veranstaltungsgesellschaft der Münchner Schausteller (VMS) einiges einfallen lassen. „Wir werden ein Ballonglühen haben – zwei Heißluftballons werden auf der Theresienwiese aufgebaut und befüllt“, erklärt Yvonne Heckl, Sprecherin der VMS. Außerdem wird es einen Mäusezirkus geben. Edi Radlingers Weißbierkarussell wird teilweise überdacht und mit Alternativen zur Bierzelt-Musik bespielt: „Es wird einen Schwoferabend für Pärchen geben und einen italienischen Abend – es soll wieder ein goldiges Festerl werden“, so Heckl. Dementsprechend sei geplant, den Platz auseinanderzuziehen, gemütlicher zu gestalten und breitere Eingänge an den Zelten einzurichten. heu

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