„Ich würde es wieder tun!“

Wiesn: Seine Zivilcourage bezahlte ein 18-Jähriger mit einem Schädelbruch

Dominik Bründl im Krankenhaus – die Diagnose: Schädel- und Kieferbruch.
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Dominik Bründl im Krankenhaus – die Diagnose: Schädel- und Kieferbruch.
Dass Dominik Bründl (rechts) helfen wollte, wurde ihm zum Verhängnis.
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Dass Dominik Bründl (rechts) helfen wollte, wurde ihm zum Verhängnis.
Ein blutunterlaufenes Auge zeugt noch von dem Faustschlag.
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Ein blutunterlaufenes Auge zeugt noch von dem Faustschlag.
Trotz allem sagt Bründl: „Ich würde es immer wieder tun – man muss doch helfen!“
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Trotz allem sagt Bründl: „Ich würde es immer wieder tun – man muss doch helfen!“

Ludwigsvorstadt – Vom Helfer zum Opfer: Dominik Bründl (18) reagierte vorbildlich in einer Notsituation und zeigte Zivilcourage – später erwachte er mit einem Schädelbruch im Krankenhaus

Eigentlich sollte es ein schöner Abend unter Freunden werden: Nachdem die Bierzelte am zweiten Wiesnfreitag geschlossen hatten, machten sich Dominik Bründl und sein Kumpel Alex auf den Weg zu einer Diskothek. Was dann passierte, weiß der 18-Jährige nicht mehr: „Irgendwann bin ich im Krankenhaus aufgewacht“, sagt Bründl. „Mein Kumpel hat mir die Einzelheiten erzählt – ich weiß nicht, ob meine Erinnerung wieder kommt.“

Was offenbar passiert ist: Die beiden waren noch nicht weit von der Festwiese entfernt, als sie darauf aufmerksam wurden, wie vier junge Männer einen geparkten Rettungswagen, der gerade dabei war einen Patienten aufzunehmen, zum Schaukeln brachten. Bründl und sein Freund forderten die Gruppe auf, damit aufzuhören – „dann habe ich eine Faust kassiert“, sagt Bründl. Dadurch sei er gefallen und mit dem Kopf auf den Asphalt geknallt – die Folgen: Schädel- sowie Kieferbruch.

Nach vier Nächten wurde Bründl aus der Uniklinik am Sendlinger Tor entlassen. „Operiert werden musste ich bisher zum Glück nicht – mal sehen, wie sich mein Kiefer noch entwickelt.“ Was besonders ärgerlich ist: Zum 1. September hatte Bründl seine Ausbildung zum Tourismuskaufmann in der Nähe vom Nordbad begonnen – jetzt ist er erst mal eine Weile außer Gefecht gesetzt. Glücklicherweise habe sein Arbeitgeber sehr verständnisvoll reagiert.

„Eigentlich schlafe ich die ganze Zeit. Selbst fernschauen geht nur etwa zehn Minuten, dann brummt mein Kopf zu sehr.“ Trotzdem sagt Bründl: „Ich würde es immer wieder tun – man muss doch helfen!“ Auf dieser Meinung beharrt der 18-Jährige, obwohl sein Kumpel ihm erzählte, dass Bründl selbst in seiner Notsituation nicht sofort geholfen wurde: „Anscheinend dachte viele Leute, dass ich volltrunken bin und sind weitergegangen.“

Von dem Täter und seinen Begleitern fehlt bisher jede Spur. Claudia Künzel von der Münchner Polizei erklärt, dass die Kriminalpolizei derzeit noch „mit all ihren Möglichkeiten“ ermittle. „Wie lange das noch dauert, können wir nicht sagen. Es müssen alle Daten und Hinweise ausgewertet werden, vielleicht melden sich auch noch weitere Zeugen“, sagt Künzel.

Daniela Borsutzky

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