Siedlung „Alte Heimat“ um den Kiem-Pauli-Weg

Hörgeschädigte in Laim fordern Dolmetscher

Michael Nauer (l.) und weitere hörgeschädigte Bewohner fordern Teilhabe am Leben in der „Alten Heimat“.
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Michael Nauer (l.) und weitere hörgeschädigte Bewohner fordern Teilhabe am Leben in der „Alten Heimat“.

Laim: Die Bewohner der Siedlung „Alte Heimat“ wollen bei deren Sanierung besser mitbestimmen.

In der Siedlung „Alte Heimat“ um den Kiem-Pauli-Weg leben zwölf Gehörlose, Schwerhörige und Sprachgeschädigte. „Wir wollen teilhaben, vor allem an der Instandsetzung der Siedlung“, teilt Michael Nauer mithilfe einer Gebärdendolmetscherin mit. Er lebt seit 27 Jahren in der „Alten Heimat“ und fühlt sich dort auch sehr wohl. Aber er findet, dass die Gewofag, welche für die Sanierung der Siedlung zuständig ist, den Gehörlosen etwas bieten sollte. Beispielsweise bräuchten sie eine Gegensprechanlage mit Video. „Ich kann ja nicht hören, wer unten vor meiner Tür steht. Also muss ich es sehen“, so Nauer. Daher fordern Nauer und weitere Hörgeschädigte ein Budget für Dolmetscher für die kommenden Nachbarschaftstreffen.

Bisher organisiert und finanziert das Jane Addams Zentrum, Träger des Nachbarschaftstreffs, zusammen mit dem Sozialreferat die Dolmetscher für die Bewohnertreffen und Veranstaltungen im Nachbarschaftstreff. Die Ausgaben für das kommende Jahr stehen nun auf dem Prüfstand. Um die Finanzierung zu sichern, hat die Gruppe nun eine Petition aufgesetzt und schon über 300 Unterschriften gesammelt. Bei der Bürgerversammlung wollen sie ihr Anliegen und die Unterschriftenliste miteinbringen. In dem Schreiben heißt es, dass drei Dolmetschereinsätze pro Monat nötig seien. Da sich ein Einsatz auf ungefähr 200 Euro berechnet, müssten für das kommende Jahr 7200 Euro aufgebracht werden. „Natürlich bekommen wir auch vom Gehörlosenzentrum Unterstützung. Man bekommt zum Beispiel einen Dolmetscher wenn man zum Arzt muss oder ein Beratungsgespräch hat. Aber halt eben nur für bestimmte Bereiche“, erklärt Michael Nauer.

Auf Hallo-Nachfrage erklärt Klaus-Michael Dengler, Geschäftsführer der Gewofag, dass bei zukünftigen Mieterversammlungen während der Sanierungsmaßnahmen ein Dolmetscher von der Gewofag gestellt wird. dbo

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