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Kampf um die Kleidung

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Weniger Geld für soziale Projekte: Die „Aktion Hoffnung“ um Geschäftsführer Klaus Prestele darf ab 2015 nicht mehr auf den Wertstoffhöfen sammeln. © Feiner

LUDWIGSVORSTADT Hilfsorganisation muss Behälter von Wertstoffhöfen entfernen

Jedes Jahr wandern rund 1000 Tonnen an ausrangierter Kleidung in die Altkleider-Container der Münchner Wertstoffhöfe. Mit dem Erlös unterstützt die gemeinnützige „Aktion Hoffnung“ seit 15 Jahren soziale Projekte. Damit soll aber jetzt Schluss sein: Zum Jahresende muss die kirchliche Organisation ihre Behälter entfernen – weil der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) die Altkleider zukünftig für seine eigenen Zwecke nutzen will.

„Damit wird eine vertrauensvolle Zusammenarbeit einfach aufgekündigt“, sagt Klaus Prestele, Geschäftsführer der „Aktion Hoffnung“. Schließlich habe die Hilfsorganisation, die ihr Münchner Büro in der Pettenkoferstraße hat, die gebrauchte Kleidung nach extrem hohen Standards gesammelt und verwertet – und mit dem Erlös soziale Projekte in Afrika, Lateinamerika, Asien und Osteuropa unterstützt. Rund zehn Prozent ihrer Altkleider habe die gemeinnützige Organisation über die 68 Container auf den zwölf Wertstoffhöfen bekommen. Im Gegenzug habe man dem AWM ein monatliches Nutzungsentgelt bezahlt. „Wenn wir unsere Behälter wirklich abbauen müssen, rechnen wir ab 2015 mit sehr hohen Einbußen in der Förderung von Entwicklungsprojekten“, sagt Prestele. „Wir werden erheblich weniger an unsere Projektpartner geben können.“

Wobei der Plan des AWM, eigene Container aufzustellen, laut dem Geschäftsführer sogar im Widerspruch zu einem Stadtratsbeschluss von 2012 stehe. „Dort heißt es, dass der AWM durch seine eigene Sammlung von Altkleidern die kirchlichen Sammlungen oder legale Sammlungen sozialer Träger nicht zurückdrängen darf. Genau das passiert hier aber“, sagt Prestele.

Eine Einschätzung, die der AWM nicht teilt: „Wir sehen hier kein Zurückdrängen – vielmehr eine Gleichbehandlung der gemeinnützigen Sammler“, sagt eine Sprecherin des kommunalen Entsorgungsbetriebs. Schließlich gebe es noch fünf weitere genehmigte gemeinnützige Organisationen. „Es bleibt der ,Aktion Hoffnung‘ unbenommen, Altkleidercontainer auf Sammelplätzen im Stadtgebiet aufzustellen.“

Auch der AWM hat bereits feste Pläne mit der ausrangierten Kleidung. So sollen laut der AWM-Sprecherin unter anderem die Müllgebühren durch die Verwertungserlöse stabilisiert werden. rfe

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