Erste Bilanz nach zwei Monaten

Hebammen-Hotline: Ein Hilfsangebot für Mütter

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Schwanthalerhöhe: Seit gut zwei Monaten gibt es die Hebammen-Hotline – Zeit für eine erste Bilanz.

Für schwangere Frauen in München ist die Suche nach einer Hebamme meist mühsam und oft nicht erfolgreich. Es gibt zu wenig Hebammen in der Stadt, aber jedes Jahr einen neuen Geburtenrekord. Bei Frauen, die wenig informiert sind oder sich zu spät kümmern, ist es keine Seltenheit, dass sie leer ausgehen. Um das zu ändern, wurde vor gut zwei Monaten eine Telefonnummer eingerichtet, bei der Schwangere anrufen können, wenn sie keine Hebamme finden. Um die 150 Frauen haben das Hilfsangebot bisher in Anspruch genommen. Diese Hebammen-Hotline wird im Auftrag des Referats für Gesundheit und Umwelt (RGU) durch das Geburtshaus umgesetzt und finanziert. 15000 Euro gab es von der Stadt für das Projekt, welches zunächst für ein halbes Jahr veranschlagt ist. Wird das Angebot rege genutzt, soll es verlängert werden.

Einige Stadtteile sind besonders stark unterversorgt

„Zusätzlich zur Hotline bekomme ich auch per Mail Anfragen der Schwangeren“, erzählt Katharina Fröhlich, die für die Hotline am Hörer sitzt. 28 Hebammen sind derzeit im Netzwerk gelistet, doch es werden händeringend noch mehr gesucht. Vor allem für unterversorgte Stadtteile wie Milbertshofen, Moosach, Pasing oder Laim. Gründe für die Unterversorgung kann Fröhlich nicht nennen, es hänge vermutlich vom Wohnort der jeweiligen Hebamme ab.

Ein Urteil zur Hotline, will sich Fröhlich noch nicht erlauben. „Bei der direkten Vermittlung von Hebammen für die Wochenbettbetreuung haben wir derzeit eine Erfolgsquote von 20 bis 25 Prozent. Es wäre schön, wenn es mehr wird, aber man muss es positiv sehen“, sagt sie.

Denn das eigentliche Problem liege im Hebammenmangel – die Hotline ermögliche nur ein effektiveres Ausnutzen der Kapazitäten. Für die übrigen 80 Prozent bedeute dies aber nicht, dass sie leer ausgehen. „Wir zeigen Alternativen auf und vermitteln weitere Ansprechpartner wie beispielsweise Kinderkrankenschwestern, sodass am Ende niemand ganz alleine dasteht“, erklärt Fröhlich.

dbo

Hotline: 12 191204 , E-Mail unter info@­hebammen-hotline-muenchen.de, Telefonzeiten: Mo, Di, Do, Fr 8.30 bis 10.30 Uhr, Mi 16 bis 18 Uhr

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