Hamster-Verbot im Supermarkt

Warum Laimer Großfamilie nur sechs statt 20 Nudelpakete einkaufen durfte

München Das Angebot im Prospekt klang verlockend: 500-Gramm-Packungen Nudeln für nur 79 Cent. Dieses Schnäppchen wollten sich Heidi D. (Foto) und ihr Mann Luigi aus Laim nicht entgehen lassen – schließlich haben sie fünf Kinder und müssen aufs Geld achten. Aber aus dem geplanten Großeinkauf im Supermarkt an der Elsenheimerstraße wurde nichts: Anstelle der 20 Nudelpakete, die sie mitnehmen wollten, durften Heidi und ihr Mann nur sechs kaufen. „Eine Unverschämtheit“, schimpft Heidi D. Wir fragten nach: Hamster-Verbot im Supermarkt – darf das sein? „Wir machen das, um die Käufer für gewerbliche Zwecke abzuhalten“, erklärt „Hit“-Regionalleiter Ralph Ulbricht. Im Klartext: Händler sollen hier nicht große Mengen einkaufen können – ein Schild im Regal weise auf die Begrenzung beim Einkauf hin. Bleibt die Frage: Sind – wie im Fall der Laimer Familie – schon 20 Nudelpakete ein „Großeinkauf“? Der Marktleiter will sich dazu nicht äußern – laut Verbraucherschützer sind haushaltsübliche Mengen nicht exakt zu bestimmen (siehe Kasten). Eine Lösung des Problems wäre gewesen, mehrmals kleine Mengen Nudeln im Laden einzukaufen – wie es nach Beobachtungen von Heidi D. eine andere Familie tat. „Das kam für uns aber nicht in Frage“, so die 36-Jährige. Das Hamster-Verbot im Supermarkt findet sie „familienunfreundlich“: „Mit meinen fünf Kindern muss ich vorplanen – da kann ich nicht jeden Tag kleine Mengen einkaufen gehen." Ines Grabe Verbraucherschützer zum Hamster-Verbot „Der Markt hat rechtlich gesehen zulässig gehandelt“, erklärt Petra von Rhein. Die Juristin der Verbraucherzentrale Bayern sagt, dass ein Laden schließlich nicht an jeden Verbraucher etwas verkaufen müsse. Mit diesen Einschränkungen wollten die Märkte verhindern, dass Kunden kommen und damit beispielsweise die Regale in ihrem eigenen Tante-Emma-Laden füllen, so die Juristin. Eine Möglichkeit hätte das Ehepaar allerdings gehabt: Es hätte mit seinen fünf Kindern einkaufen gehen sollen – Heidi und Luigi D. hätten jedem ihrer Kinder sechs Pakete in die Hand drücken können und dann hätte es klappen müssen, so die Juristin. Zu siebt hätten sie dann insgesamt 42 Pakete Nudeln kaufen dürfen.

Auch interessant:

Meistgelesen

Situation am Münchner Hauptbahnhof eskaliert: Attacke mit Kinderwagen - dann Bundespolizist gebissen
Situation am Münchner Hauptbahnhof eskaliert: Attacke mit Kinderwagen - dann Bundespolizist gebissen
Teilsperrung der Paul-Heyse-Unterführung in München - Mit diesen Einschränkungen ist zu rechnen
Teilsperrung der Paul-Heyse-Unterführung in München - Mit diesen Einschränkungen ist zu rechnen
Steinreicher Campus: In der Schillerstraße entsteht ein Neubau für Geowissenschaften
Steinreicher Campus: In der Schillerstraße entsteht ein Neubau für Geowissenschaften

Kommentare