Ein Gottesdienst wie anno dazumal

Im Sendlinger Priorat St. Pius X hält Pater Firmin Udressy die Messe in lateinischer Sprache ab

Sendling-Westpark/Laim Gottesdienst wie anno dazumal erleben die Besucher im Priorat St. Pius X in der Sendlinger Johann-Clanze-Straße 100. Pater Firmin Udressy achtet dort genau auf die Einhaltung der Riten und Lehren der römisch-katholischen Kirche. Das bedeutet, dass der Ablauf des Gottesdienstes strengen Regeln gehorcht. In lateinischer Sprache hält Udressy die Messe ab, er steht dabei in seinem prachtvollen Gewand mit dem Rücken zur Gemeinde. Das Gesicht ist dagegen immer dem Kreuz zugewandt. Der goldene Kelch leuchtet im Licht, das Gewand von Pater Udressy ist prunkvoll mit Goldfäden gefertigt. „Wir wollen, dass Christus und Gott in den Symbolen präsent sind. Es ist wichtig, ihre Anwesenheit richtig zu zelebrieren“, sagt Pater Udressy. Dass sie mit dieser traditionellen Auffassung vom Kirchenleben als Außenseiter gelten, stört die Piusbrüder nicht. Das Zweite Vatikanische Konzil hatte die Öffnung zur Ökumene, Religionsfreiheit, Liturgiereform und Anerkennung des Judentums beschlossen. Genau dies lehnen die Piusbrüder aber ab. Auch die weltweite Empörung über ihren Bischof Richard Williamson, der den Holocaust leugnete, nehmen sie billigend in Kauf: „Die Menschen, die zu uns kommen, werden merken, dass es nicht so ist, wie es in der Presse dargestellt wurde“, sagt Udressy. Im Übrigen sei auch eine schlechte Presse Werbung für ihre Gemeinde. Anders als Pater Udressy legt der katholische Pfarrer Willi Huber in der Laimer St. Ulrich Kirche großen Wert auf die Einbeziehung der Gemeindemitglieder in den Gottesdienst. „Wer die lateinische Sprache nicht versteht, kann nicht unmittelbar an der Messe teilnehmen“, so Huber. Er wünscht sich eine lebendige Kirche, in der die Gemeinschaft und Christus eine wichtige Rolle spielen. „Denn die äußere Form alleine ist zu wenig“, sagt Huber. So kommt Hubers weißes Gewand auch deutlich schlichter daher. „Mir ist viel wichtiger, dass die Menschen teilnehmen am Gottesdienst.“ Christina Jackson Alte und neue Liturgie Mit der Liturgiereform ging die Erneuerung gottesdienstlicher Ordnungen, Texte, Handlungen und Zeichen einher. Dabei wurde als Generalregel vereinbart, dass die liturgischen Texte so zu gestalten sind, dass das christliche Volk sie „möglichst leicht“ erfassen und mitfeiern kann, um eine bewusste Teilnahme am Gottesdienst zu ermöglichen.

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