Ein Zaun gegen Wiesn-Wildbiesler

BA gibt Zuschuss für eine Protestaktion der Oktoberfest-Anwohner

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Anwohner am Kaiser-Ludwig-Platz 6 wollen einen Zaun vor ihrem Grundstück errichten, um sich gegen betrunkene und urinierende Wiesnbesucher zu wehren.

Ludwigsvorstadt: Wildbiesler und Betrunkene, die vor den Häusern herumlümmeln: Die Wiesn ist für viele Anwohner nahe der Theresienwiese eine besondere Belastung.

Jetzt ergreifen Bürger, die am Kaiser-Ludwig-Platz 6 leben, die Initiative. Sie werden einen über 100 Meter langen Bauzaun um ihr Gelände errichten. „Unser Grundstück ist relativ offen“, erklärt Martin Ruckert, einer der Anwohner und Mitglied im Bezirksausschuss (BA) Isarvorstadt-Ludwigsvorstadt. Die Hecke sei noch zu klein um Besoffene fern zu halten.

Das Problem werde außerdem verschärft durch Busse, die vor dem Grundstück halten. „Es kommt immer wieder vor, dass Wiesnbesucher während sie auf die Abfahrt ihres Busses warten bis direkt vor die Fenster im Erdgeschoss kommen, um zu urinieren“, beschwert sich Ruckert. „Die Büsche im Hauseingang eignen sich scheinbar auch sehr gut für größere Geschäfte.“ Dazu haben Martin Ruckert und seine Nachbarn viele weitere unangenehme Situationen erlebt. „Wir hatten auch schon Wiesn-

besucher, die in unserem Vorgarten zwei Zelte aufgebaut hatten, um zu übernachten“, berichtet er.

Laut Werner Kraus von der Münchner Polizei handelt es sich in diesem Fall „ganz klar um Hausfriedensbruch“, bei dem die Beamten auf jeden Fall eingreifen würden. Auch das Problem mit den Wildbieslern ist der Polizei bewusst. Doch das sei schwer in Griff zu bekommen, vor allem da die Einsatzkräfte während der Wiesn stark eingespannt sind. „Da gibt es andere Sachen, die eine höhere Priorität besitzen“, sagt Kraus. „Wenn uns etwas auffällt, greifen wir aber natürlich ein.“ Doch es gebe ein weiteres Problem: „Wenn wir erfahren, dass irgendwo zehn Betrunkene urinieren, sind die weg, bis wir dort sind.“

Die Bürger am Kaiser-Ludwig-Platz wollen sich das jetzt nicht mehr gefallen lassen. Ihr Bauzaun soll vier bis fünf Meter von dem Haus entfernt sein, um Betrunkene auf Abstand zu halten. Sie wollen dort außerdem Infos anbringen, um die Bürger für die Nöte der Anwohner zu sensibilisieren. „Wie das genau aussieht ist, noch in Planung“, sagt Martin Ruckert.

Fest steht, dass der BA die Initiative unterstützt. Er beschloss mit großer Mehrheit, einen Zuschuss von 550 Euro für den Zaun zu geben. „Es ist immer zu begrüßen, wenn die Leute sich nicht erst im Nachhinein beschweren, sondern im Voraus aktiv werden“, erklärt der Vorsitzende Alexander Miklosy.

Claudia Schuri

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