Eine TOPO.box für Sendling-Westpark

Gegen Raser: Der Bezirksausschuss nimmt den Kampf selbst in die Hand

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Weil in 30er-Zonen wie in der Siegenburger Straße regelmäßig zu schnell gefahren wird, der BA das aber nicht beweisen kann, will er mit einer sogenannten TOPO.box selbst Verkehrsdaten erfassen.

Sendling-Westpark - Raser in der Siegenburger Straße sind keine Seltenheit - nur fehlen die Beweise, um ihnen das Handwerk zu legen: Viertelpolitiker wollen das jetzt ändern

Dass in der Siegenburger Straße regelmäßig zu schnell gefahren werde, sei im Bezirksausschuss (BA) Sendling-Westpark kein Geheimnis – nur beweisen könne man es eben nicht. Damit soll nun Schluss sein: Der BA nimmt den Kampf gegen Raser selbst in die Hand und will jetzt im Rahmen des Stadtbezirksbudgets ein Geschwindigkeitsmessgerät zur unabhängigen Verkehrsdatenerfassung anschaffen – um damit Beschwerden von Anwohnern über zu schnelles Fahren in ihren Straßen nachgehen zu können.

Der Vorsitzende Günter Keller (SPD) will mit Hilfe eines Geschwindigkeitsmessgeräts den Rasern den Kampf ansagen.

„Wir haben ein paar Sorgenkinder, wie die 30er-Zone in der Zillertalstraße oder eben in der Siegenburger Straße“, erklärt der Vorsitzende Günter Keller (SPD). Mit dem Gerät, einer sogenannten TOPO.box – welche auch vom Kreisverwaltungsreferat (KVR) verwendet wird – kann sowohl die Verkehrsfrequenz als auch die gefahrene Geschwindigkeit aufgezeichnet werden. Hierzu erklärt Johannes Mayer vom KVR: „Die Kommunale Verkehrsüberwachung hat selbst aktuell drei Boxen und stellt sie nach Bedarf auf. So wird beispielsweise auf Bürgerbeschwerden, BA-Wünsche oder eigene Wahrnehmungen reagiert. Sie werden mit validen Daten gefüttert und diese fließen dann auch in die Einsatzplanung für die mobilen Blitzerfahrzeuge ein.“

Weil das dem BA nicht genug ist, will er selbst tätig werden. „Dann können wir bei der Polizei oder den städtischen Referaten nicht nur Vermutungen, sondern gleich Fakten vorlegen“, erklärt Uwe Kramm (Grüne). Außerdem könnten die neutralen Geräte – die der Verkehrsteilnehmer übrigens nicht sieht und die auch nicht blitzen – dem BA verlässlichere Daten liefern als die Radarmessungen der Verkehrsaufsicht, die für die Autofahrer erkennbar sind und deren Standorte regelmäßig über Radiosender bekannt gegeben werden. Bezüglich des Datenschutzes sehe man übrigens kein Problem: Das Gerät würde lediglich Geschwindigkeitsdaten, nicht jedoch die jeweiligen Fahrzeuge aufzeichnen.

Otto Seidl (CSU) ist skeptisch. Seiner Meinung nach sollte der BA das Gerät nur finanzieren, den Rest jedoch dem KVR überlasse.

Otto Seidl (CSU) ist skeptisch: „Ich habe Bedenken, wenn der BA als Behörde auftritt.“ Seiner Meinung nach sollte der BA das Gerät nur finanzieren, den Rest jedoch dem KVR überlassen. Denn schließlich wäre der BA im Vorfeld für das KVR tätig – aber danach trotzdem wieder auf die Behörde angewiesen.

Keller rechnet im Herbst mit dem ersten Einsatz des Geräts. Die Mitglieder des Verkehrsausschusses empfahlen, die künftigen Standorte des Geräts in nichtöffentlichen Sitzungen vorzuschlagen und zu beschließen. Der Antrag zur Anschaffung des Geräts, welches voraussichtlich zwischen 2300 und 5400 Euro kostet, wurde mit einer Gegenstimme angenommen.dbo

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