Schmierereien von Fußballfans verschandeln das Viertel

Krakel-Krieg in Hadern

Bayern-Fans gegen 60er-Anhänger: In Hadern tobt ein wahrer Kampf – ausgetragen an Wänden, Containern und Stromkästen. Der Bezirksausschuss ist sauer über die Schmierereien, die Polizei in Alarmbereitschaft.

Hadern Die Bayern und die 60er – eine ewige Rivalität. Gut, auf dem Rasen können sich die beiden Traditions-clubs schon länger nicht mehr messen, dümpeln die 60er doch seit Jahren im Niemandsland der 2. Liga herum. Doch auf Münchens Straßen ist der Zweikampf nach wie vor in vollem Gange – und er wird sogar noch härter. In Hadern ist in den vergangenen Monaten ein regelrechter Kleinkrieg entstanden. Und wo „gekämpft“ wird, gibt es auch Kollateralschäden – in Form von immer weiter um sich greifenden Schmierereien. 

Ob in Parks, am Stiftsbogen, am Haderner Stern oder der Schröfelhofstraße: Rote „SM“-Schriftzeichen (Schickeria München=Bayern-Fangruppierung) werden von blauen „1860“-Schmierereien überpinselt und umgekehrt.

 „Es ist nicht mehr zu übersehen“, sagt Martina L. (Name geändert). Seit knapp fünf Jahren wohnt L. in Hadern. In den vergangenen Monaten hätten die Schmierereien aber überhand genommen. „Überall springt es einem in die Augen.“ 

Auch im Bezirksausschuss kennt man die Problematik. „Wir haben es seit Jahren in Hadern mit jemandem zu tun, der überall 1860-Aufkleber hinklebt“, sagt BA-Chef Johann Stadler. Wer dahinter steckt, wisse man aber bis heute nicht. Dass jetzt ein „Kleinkrieg“ zwischen den Anhängern der beiden Fußballclubs in seinem Viertel entbrannt ist, bedauert der Christsoziale. „Das ist wirklich ein Unding.“ Zum einen verschandelten die Schmierereien das Ortsbild, zum anderen müssten Hausbesitzer, Firmen oder die Stadt hohe Summen für die Beseitigung ausgeben. Stadler appelliert an die Bürger, sofort die Polizei zu rufen, wenn sie einen der Schmierfinken bei der „Arbeit“ erwischen.

Bei der Polizei ist die Problematik bekannt. „Wie in anderen Stadtteilen auch, teilen die ,Fans’ ihre Vereinszugehörigkeit leider auch durch Schmierereien mit. Und von der gegnerischen Seite wird das dann wieder übermalt“, so ein Polizeisprecher. Als Kavaliersdelikt werten die Ordnungshüter die Krakelei aber nicht. Den Tätern drohen Geldstrafen und „Wiedergutmachungspflicht“. Sie müssen also zu Eimer und Bürste greifen und ihre „Kunstwerke“ wieder entfernen.       tog

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