Flaniermeile im neuen Quartier?

Flaniermeile für Hadern: Stadt schlägt Auto-Verbot in der Ludlstraße vor

So sehen die Planungen für das neue Wohnquartier an der Ludlstraße aus.
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So sehen die Planungen für das neue Wohnquartier an der Ludlstraße aus.

Hadern: Ein attraktives Wohnumfeld mit Treffpunkten, Kindertagesstätten und Künstlerateliers: In der Ludlstraße entsteht ein neues Wohnquartier. Deshalb möchte die Stadt auch die Verkehrsführung neu ordnen.

Angebote für Familie, Platz für Künstler, gemeinsame Treffpunkte: An der Ludlstraße in Hadern soll ein neues attraktives Wohnquartier entstehen. Jetzt fällt die Entscheidung, wie die Verkehrsplanung dafür aussehen wird. Der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung beschäftigt sich demnächst mit der Frage, ob die Ludlstraße nach der Kreuzung zur Senftenauerstraße im Anschluss an eine geplante Parkgaragenausfahrt auf einem Abschnitt von 100 Metern für Autos gesperrt werden soll. Stattdessen könnte die frei werdende Fläche für einen Fuß- und ein Fahrradweg genutzt werden.

Nach einer Verkehrszählung aus dem Jahr 2015 sind täglich rund 700 Kraftfahrzeuge auf der Ludlstraße unterwegs. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung geht davon aus, dass bei einer abschnittsweisen Sperrung die Autos täglich einen Umweg von 400 Meter fahren müssten und 15 Parkplätze wegfallen würde. Das hält die Behörde für vertretbar. Die Vorteile wie eine gesteigerte Aufenthaltsqualität, die Aufwertung der Straße für Radler und Fußgänger sowie ein höhere Grünflächenanteil überwiegen für sie.

Ziel des Projekts an der Ludlstraße ist es, die Siedlung aufzuwerten und eine Quartier mit ausgewogener Sozialstruktur zu schaffen. Nachdem die bestehenden Gebäude in sehr schlechtem Zustand sind, werden sie abgerissen. Bereits im November hat die Wohnbaugesellschaft GEWOFAG mit der Entkernung von zwei Gebäudezeilen nördlich der Ludlstraße begonnen. Jetzt geht es im Uhrzeigersinn weiter mit der Entkernung der dritten Zeile und mit den Gebäuden zwischen Ludlstraße und der A96. Den Mietern in den alten Wohnungen wurden Ersatzwohnungen zur Verfügung gestellt. „Im Laufe dieses und des nächsten Jahres werden dann in weiteren Abschnitten die Abbrucharbeiten in den übrigen Gebäudezeilen erfolgen“, erklärt Sabine Sommer von GEWOFAG. Der Baubeginn der neuen Gebäude im ersten und zweiten Bauabschnitt ist für Herbst 2017 geplant, die Fertigstellung im Frühjahr 2020.

Insgesamt werden knapp 400 Wohneinheiten für rund 1000 Einwohner errichtet. Die meisten der Ein- bis Fünfzimmerwohnungen sind für Familien vorgesehen. Außerdem wird es zwölf Künstlerateliers geben, die teilweise auch als Wohnateliers genutzt werden können. In einem Mehrgenetationenhaus entstehen 17 Wohnungen sowie ein Gemeinschaftsbereich mit Küche und ein Gästeappartement für eine generationenübergreifende Hausgemeinschaft. Geplant sind zudem eine ambulant betreute Wohngemeinschaft, zwei Kindertagesstätten mit insgesamt 231 Plätzen, ein Familien- und Beratungszentrum sowie ein Nachbarschaftstreff. Unter den südlich der Ludlstraße gelegenen Gebäuden wird eine Parkgarage gebaut, die sich von Ost nach West parallel zur Ludlstraße erstrecken soll. Sie bietet Platz für 256 Autos, 20 der Stellplätze werden für Elektroautos ausgerüstet. Die beiden Ein- und Ausfahrten sind am westlichen und östlichen Ende der Garage.

Der Haderner Bezirksausschuss (BA) sieht zwar die westliche Tiefgaragenausfahrt kritisch, da diese an eine Kinderkrippe grenzt, ist ansonsten aber zufrieden mit den Plänen: „Es müsste eine erhebliche Verbesserung zu heute eintreten“, erklärte der Vorsitzende Johann Stadler (CSU), als das Thema in der Sitzung behandelt wurde. Gegen die Straßensperrung äußerte das Gremium keine Einwände. Im Nachbarbezirk Laim jedoch lehnte der BA das ab. Er befürchtet massive Verkehrsbehinderungen im Bereich der Kreuzung Senftenauerstraße/Ecke Guido-Schneble-Straße und Probleme vor der Senftenauerschule und benachbarten Kindertagesstätten. cla

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