Bei Fest Finger amputiert

An Bierbank Kuppe abgezwickt: Schwer verletzte Hadernerin (65) sucht Zeugen

Hadern Ellen Hille (65) wollte sich eigentlich nur amüsieren. Dass der Besuch auf dem Haderner Dorffest zu einem äußerst schmerzhaften Erlebnis werden sollte, ahnte sie nicht: An den scharfen Kanten einer Bierbank im Festzelt vom TSV Großhadern schnitt die 65-jährige Rentnerin sich ihre Fingerkuppe ab! „Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn Kinder dort gespielt hätten“, sagt Hille und zeigt ihre rechte Hand – am Ringfinger klebt ein großes Pflaster, darunter klafft noch immer die offene Wunde. Eine Prothese soll nun den amputierten Bereich an der Fingerspitze ersetzen. Dass es zu so einer schweren Verletzung kommen konnte, bleibt für die 65-Jährige unfassbar. „Ich wollte die Bank nur an den Tisch rücken. Dabei gelangte der Finger zwischen die Metallstäbe und das Holz der Bank“, erklärt Hille und fügt hinzu: „Normalerweise sind diese Längsstäbe doch an der Sitzfläche mit Schrauben befestigt, so dass man dort nicht mit den Händen in den Zwischenraum gelangen kann.“ Ein Sitznachbar kam der Verletzten zu Hilfe und brachte sie zur Erstversorgung zu einer Sanitäterin. Diese verband die Wunde und schickte die 65-Jährige anschließend ins gegenüberliegende Klinikum Großhadern. Zu Fuß marschierte Ellen Hille in die Notaufnahme. Vorher aber begegnete ihr Franz Rippold vom TSV-Veranstaltungsteam. Als stellvertretender Fußball-Abteilungsleiter reagierte er auf ihre Frage nach einer Entschädigung durch die Versicherung wohl heftig: „Machen Sie doch, was sie wollen“, soll Rippold ihr hinterhergerufen haben. Auf Hallo-Nachfrage macht Rippold seinem Ärger Luft: „Das ist eine Unverschämtheit, was diese Frau macht!“ Das Missgeschick habe sie selbst zu verantworten, betont der Fußball-Experte. „Wieso ruckelt sie auch an den Bierbänken herum? Dann ist es ja kein Wunder, dass sie sich den Finger einzwickt.“ Er habe die Sitzgelegenheit selbst geprüft und keine Mängel festgestellt. „Die Frau möchte nur Geld machen“, resümiert Rippold. Er geht davon aus, dass die Rentnerin zwei Bänke nebeneinander stellte und dabei die Finger einklemmte. Wie sie ihre Fingerkuppe verloren hat, kann Rippold allerdings nicht erklären. Fußball-Abteilungsleiter Hubert Nairz versteht die Aufregung um den Unfall nicht: „Ich habe die Sache unserer Versicherung übergeben. Die sollen das regeln.“ Tatsächlich hat die Axa bereits ein Schreiben an Hille geschickt – darin enthalten ist eine Absage an die Schadensersatzwünsche der 65-Jährigen. Schließlich sei nicht auszuschließen, dass Hille sich die Verletzung an einem anderen Ort zugezogen hat. Ein Grund, warum die 65-Jährige jetzt nach dem Sitznachbarn sucht, der als Zeuge den Ablauf des Unfalls beobachtet hat: Er brachte Hille am 10. Mai gegen 13.30 Uhr zur Sanitäterin. An diesem Tag war er in Begleitung einer Frau zum Haderner Dorffest gekommen. Der Zeuge wird gebeten, sich mit dem Unfall-Opfer in Verbindung zu setzen: Hinweise nimmt Ellen Hille unter Telefon 0160/5075865 entgegen. Christina Jackson

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