Laim im Wandel der Zeit

Von Eisenbahnern und Pferderennen

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Der Aufschwung setzte im Viertel mit dem Bau des Rangierbahnhofs im Jahre 1890 ein.

Laim - Vom ehemaligen Eisenbahner-Viertel ist heute nicht mehr viel übrig - Oder doch? Hallo hat Stefan Metzger an geschichtsträchtige Orte begleitet

Stefan Metzger (56) von Stattreisen führt in einer spannenden Tour durch das historische, das neuere und das aktuelle Laim

Was ist noch übrig vom Eisenbahner-Viertel? Der Aufschwung setzte in Laim mit dem Bau des Rangierbahnhofs 1890 ein. Inzwischen ist dieser durch eine modernere Einrichtung in Allach überflüssig geworden und wurde aufgelöst. Stefan Metzger (56) von Stattreisen führt in einer spannenden Tour durch das historische, das neuere und das aktuelle Laim. 

„Die Trabrennbahn in Daglfing kennt jeder. Aber dass es einen Vorläufer in Laim gab, wissen heute nicht mehr viele“, erzählt Metzger. In der Führung zeigt er unter anderem deren Überbleibsel, er erklärt, warum der SV Laim früher in einem Restaurant turnte und berichtet über Bewohner des Laimer Schlössls, die mit Maulbeeren und Steingut ihr Glück versuchten.

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Das erste bayerische Steingut

An der Kreuzung Agricola-/Agnes-Bernauer-Straße stand bis in die 1840er Jahre eine Steingutmanufaktur.

An der Kreuzung Agricola-/Agnes-Bernauer-Straße wird derzeit eine Tankstelle umgebaut. Ende des 18. Jahrhunderts bis in die 1840er-Jahre stand dort eine Steingutmanufaktur, die – in Konkurrenz zur englischen Importware – das erste bayerische Steingut produzierte. Der Stich hängt im Zwischengeschoss am Laimer Platz.

Andenken an Pferderennen

Andenken aus der Zeit der Trabrennbahn gibt es heute noch, mal mehr, mal weniger sichtbar.

Zwischen den 1880er- und 1890er-Jahren führte entlang der Flotowstraße eine Trabrennbahn. „Sie hat Laim ein bisschen berühmt gemacht. Dank des neuen Rangierbahnhofs sind zu der Zeit dann am Wochenende auch viele mit der Bahn rausgefahren um sich Rennen anzusehen“, erzählt Metzger. Andenken aus dieser Zeit gibt es heute noch, mal mehr, mal weniger sichtbar: „Wo heute der Grieche ‚Potlatsch‘ steht, gab es früher das Restaurant ‚Zur Rennbahn‘. Und die Gaststätte ‚Am Ziel‘ in der Aindorferstraße gibt es heute noch.“ Mit zunehmender Popularität der Pferderennen wurde 1902 die Trabrennbahn in Daglfing eröffenet, die bis heute besteht. Entlang der Flotowstraße entstand eine Gartensiedlung.

Eisenbahner und Bauhandwerker

Die Bauhandwerker-Siedlung rund um die Gunzenlehstraße wurde von Stadtplaner Theodor Fischer entworfen.

Um 1900 begann eine ausgedehnte Wohnungsbautätigkeit – vor allem durch gemeinnützige Baugesellschaften. Die Bautätigkeit der Eisenbahner-Genossenschaften führte zu bezahlbarem Wohnraum für die in großer Zahl zuziehenden Arbeiter. Die Bauhandwerker-Siedlung rund um die Gunzenlehstraße wurde von Stadtplaner Theodor Fischer als Gegenmodell entworfen. Hier lebte die gehobene Mittelschicht – die Wohnungen hatten Heizungen und eigene Bäder.

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