Freunde wollen Spielgerät zum Andenken an toten Kumpel

Eine Schaukel für die Erinnerung

Sein guter Freund ist auf tragische Weise gestorben - jetzt soll eine Schaukel an ihn erinnern

Schwanthalerhöhe  Es war eigentlich ein so schöner Abend. David Hille (Foto) feiert mit Freunden im Februar diesen Jahres einen Junggesellenabschied. „Niemals hätten wir gedacht, dass diese Nacht so schrecklich enden würde“, sagt der 37-Jährige. Einer der Freunde, Manuel Rother, stürzte auf dem Heimweg schwer und erlag schließlich seinen Verletzungen. Jetzt möchte David Hille dem Freund ein Andenken in Form einer Schaukel in dessen Wohnviertel, dem Westend, schaffen.

„Ich war fassungslos, als mich einer unserer Freunde anrief und mir mitteilte, dass Manuel im Krankenhaus liegt“, erinnert sich Hille. Wie genau es zu den schweren Kopfverletzungen kam, ist noch unklar. Ermittlungen laufen noch. „Ich konnte mir nicht erklären was passiert ist“, sagt Hille. „Nach sechs Wochen im Krankenhaus ist Manuel dann im Alter von 36 Jahren gestorben, wir kannten uns schon seit der Schule.“

Auf der Beerdigung habe Hille gespürt, dass sich viele der Angehörigen auf dem Friedhof einfach unwohl fühlten. „Das Grab auf dem Westfriedhof ist zwar sehr schön, aber ich will einen anderen Ort außerhalb der Friedhofsatmosphäre schaffen, an dem wir Manuel gedenken können.“ Nach einiger Überlegung kam dem 37-Jährigen die zündende Idee: „Viele unserer Freunde haben mittlerweile Kinder. Da dachte ich, dass eine Schaukel mit einer Inschrift ganz passend ist.“

Der Agenturinhaber hat sich auch schon Gedanken darüber gemacht, wo das Spielgerät hinkommen soll. „Ich fände es sehr schön, wenn die Schaukel auf dem Spielplatz am Gollierplatz hinkommt“, sagt Hille. „Hier in der Nähe habe ich mit Manuel in einer WG an der Tulbeckstraße gewohnt. Später ist er mit seiner Freundin in die gegenüberliegende Wohnung gezogen.“

Um sich zu erkundigen, wie man das Projekt verwirklichen kann, wandte sich Hille an den Bezierksauschuss (BA) Schwanthalerhöhe und trug dort in der Sitzung sein Anliegen vor. Der gesamte BA war von der Idee sehr angetan. BA-Chefin Sibylle Stöhr sagt: „Ich finde das ist eine schöne Art einem Freund zu gedenken. Eine Möglichkeit die Schaukel zu verwirklichen wäre, wenn die Freunde Geld an den Gartenbau spenden“, sagt die Viertelchefin. „Ich bin mir sicher, dass man dort offen für diesen Wunsch ist.“

Derzeit laufe noch die Anfrage beim Gartenbau, sagt der 37-Jährige. Hille und seine Freunde sind nicht wählerisch, was den Standort des Spielgerätes betrifft. „Die Schaukel muss nicht unbedingt am Gollierplatz stehen, der Bavariapark oder ein anderer schöner Fleck im Viertel wäre und auch recht“, sagt der 37- Jährige. „Mir ist es wichtig, dass auf der Schaukel gespielt, gelacht und mit freudigen Erinnerungen an Manuel gedacht werden kann.“

Sarah Brückl

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