Münchner Biologin kämpft für den Erhalt der marinen Artenvielfalt

Diese Sendlingerin will die Meere retten

Zusammen mit weiteren Tauchern und einem Kameramann will Verena Platt-Till so viele Netze und Reusen wie möglich bergen.
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Zusammen mit weiteren Tauchern und einem Kameramann will Verena Platt-Till so viele Netze und Reusen wie möglich bergen.

Sendling - Verena Platt-Till begibt sich auf einen Taucheinsatz nach Irland und kämpft dort gegen Geisternetze

Sie treiben herrenlos in den Meeren umher und sind tödliche Fallen für Meerestiere: Geisternetze. Durch verlorengegangene oder absichtlich im Meer zurückgelassene Fischernetze sterben jährlich Millionen von Tieren. Die in Großhadern ansässige Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) birgt jetzt zusammen mit der niederländischen Ghost Fishing Stiftung vom 3. bis 6. September an der Westküste Irlands Geisternetze. Die dortigen Küstengewässer sind bekannt für ihre Artenvielfalt – 24 Wal- und Delphinarten gibt es dort. Jetzt findet in dieser Gegend erstmals eine Bergung der tödlichen Fallen statt – mit dabei ist die Münchnerin Verena Platt-Till.

„Für den Erhalt der marinen Artenvielfalt ist es sehr wichtig, das sinnlose Sterben zu beenden“, erklärt Platt-Till. Die 37-Jährige aus Sendling engagiert sich seit eineinhalb Jahren bei der GRD. Als Diplom-Biologin und Taucherin hat sie die einzige Festanstellung bei dem gemeinnützigen Verein, der sonst nur mit Ehrenamtlichen arbeitet.

Die Diplom-Biologin begibt sich mit ihrem Team auf eine Tauchmission nach Irland, um Geisternetze aus dem Ozean zu entfernen. 

Das Fischen mit Netzen ist an der Westküste Irlands verboten, trotzdem gibt es dort Netze die durch Strömungen herangetrieben werden. „Eine Erkundungsmission im Mai ergab, dass dort außerdem unzählige Hummerreusen auf dem Meeresboden liegen. Deren Fangkörbe und Befestigungsseile sind tödlich für Haie, Fische und Krebstiere“, erklärt Platt-Till. Zusammen mit sechs weiteren Tauchern und einem Kameramann, der die Aktion filmt, will die Biologin an vier Tagen so viele Netze und Reusen wie möglich bergen. Je nach Zustand werden diese dann ordnungsgemäß entsorgt, oder an irische Fischer zurückgegeben.

Die Schuld an der Geisternetz-Problematik dürfe man nicht unbedingt den Fischern zuweisen, erklärt Platt-Till: „Natürlich gibt es unter denen auch welche, die ihre Netze ins Meer werfen – weil die ordnungsgemäße Entsorgung kostenpflichtig ist.“ Daher müssten Richtlinien geändert werden und Hersteller in die Pflicht genommen werden.

Doch auch die Münchner können von Zuhause etwas für den Schutz der Meere tun: „Wir müssen unser Konsumverhalten ändern“, mahnt Platt-Till. „Wenn ich alleine Zuhause in Sendling sehe, wie viel Plastik herumliegt. Wir müssen bewusster und nachhaltiger konsumieren. Jeder weiß eigentlich über die Überfischung der Meere Bescheid – und trotzdem essen viele Münchner beispielsweise sehr oft Suhsi. Das muss nicht sein.“

Daniela Borsutzky

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