„Zusammen sind wir Heimat“

Caritas-Projekt mit Ausstellung und Internet-Videos über gelungene Integrationsgeschichten

Spaß bei der Arbeit: Kita-Leiterin Eden Iyob (r.) aus Eritrea und die angehende Erzieherin Laura Schmidt (l.) zeigen bei der Ausstellung, dass sie gemeinsam ein starkes Team sind.
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Spaß bei der Arbeit: Kita-Leiterin Eden Iyob (r.) aus Eritrea und die angehende Erzieherin Laura Schmidt (l.) zeigen bei der Ausstellung, dass sie gemeinsam ein starkes Team sind.

Ludwigsvorstadt: Eden Iyob (44) ist an vielen Orten zuhause: in ihrem Heimatland Eritrea, in Lindau und im Allgäu, wo sie aufgewachsen ist, und jetzt in München. „Heimat ist dort, wo man sich wohlfühlt“, sagt sie.

Iyob ist mit zwölf Jahren nach Deutschland gekommen und hat hier nach dem Schulabschluss eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht. Inzwischen leitet sie die Caritas-Kinderkrippe Schmetterlingsbaum in Sendling-Westpark – und bietet jetzt selbst anderen ein Zuhause. „Meine Aufgabe ist es, den Kindern, Eltern und Mitarbeiterinnen eine Heimat zu geben“, sagt sie. „Sie sollen sich sicher und geborgen fühlen.“ So wie Laura Schmidt. Die 18-Jährige ist ein echtes Münchner Kindl, macht im Schmetterlingsbaum ihre Ausbildung zur Erzieherin – und bildet mit ihrer Chefin Eden Iyob ein gutes Tandem.

Deshalb sind die beiden Teil der Ausstellung zur Caritas-Jahreskampagne „Zusammen sind wir Heimat“, die ab jetzt in München zu sehen ist. Gezeigt werden auf neun Ausbildungselementen Bilder und Geschichten von gelungener Integration und Inklusion. „Das Besondere an der Ausstellung ist, dass wir ganz authentisch Geschichten von Menschen erzählen, die bei der Integration Hilfe bekommen und Hilfe leisten“, erklärt Adelheid Utters-Adam von der Caritas, die das Projekt betreut. „Wir durchbrechen dabei auch Klischees“, sagt sie.

So wie bei Eden Iyob und Laura Schmidt. Oder bei der Geschichte über einen jungen Syrer, der seit drei Jahren in Deutschland lebt und inzwischen im Jobcenter andere arabischstämmige Flüchtlinge berät. Weitere Paare, die in der Ausstellung zu sehen sind, sind zum Beispiel ein Altenpflege-Auszubildender aus Senegal mit seinem Seniorenheimleiter, eine Schülerin aus dem Irak mit ihrem Nachhilfelehrer und zwei Altenpflegerinnen aus Kenia und München.

Fotograf Thomas Klinger hat Szenen der Begegnung, des alltäglichen Lebens und gemeinsamer Aktivitäten der Menschen auf Fotos festgehalten, die im Caritas-Bildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe präsentiert werden. Der Ort wurde bewusst gewählt, denn die Altenpflege ist selbst ein Ort der Integration: 65 Prozent der Schüler haben einen Integrationshintergrund. Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert und voraussichtlich noch bis Ende Mai im Caritas-Bildungszentrum zu sehen. Wer nach dem Besuch noch mehr zu den Geschichten der Protagonisten erfahren will, hat dazu im Internet die Gelegenheit. Auf der Seite www.zusammen-in-oberbayern.de gibt es Hintergrundinformationen sowie kleine Videofilme mit Interviews zum Herunterladen.

cla

Die Caritas-Ausstellung „Zusammen sind wir Heimat“ ist ab sofort im Caritas-Bildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe, Landwehrstraße 66, zu sehen. Geöffnet ist während der üblichen Schulzeiten.

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