Verkehrsprobleme

Bürger der Schwanthalerhöhe beschweren sich über Auto-Probleme im Viertel

Eigentlich ist am Stöpsel am Gollierplatz die Durchfahrt für Privatautos verboten – doch fast niemand hält sich daran.
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Eigentlich ist am Stöpsel am Gollierplatz die Durchfahrt für Privatautos verboten – doch fast niemand hält sich daran.

Schwanthalerhöhe: Im Viertel besteht der Wunsch nach einer Verkehrswende.

Autos, Abgase, Stau: Die Bürger der Schwanthalerhöhe sind vom Verkehr im Viertel genervt. In der Bürgersammlung gab es gleich mehrere Vorschläge für Verkehrsbeschränkungen – die fast alle eine Mehrheit fanden.

Besonders große Probleme sehen viele in dem Gebiet rund um den Trappentreutunnel. Martin Heinz beispielsweise stört vor allem die Situation rund um den so genannten Stöpsel am Gollierplatz. In diesem Bereich ist die Durchfahrt für Autos eigentlich verboten, eine Ausnahmeregelung gibt es nur für Taxis und Busse. Doch: „Daran hält sich niemand“, berichtete Heinz. „Es kommt immer wieder zu gefährlichen Situationen.“

Um das zu belegen, hat er stichprobenartig zu verschiedenen Tageszeitenten und Wochentagen Verkehrszählungen durchgeführt. Sein Ergebnis: „Das Durchfahrtsverbot wird systematisch missachtet“, erklärte er. In einer viertelstündigen Zählung hätte er durchschnittlich zwischen zehn und 20 Verstöße beobachtet, viele Autofahrer seien dazu auch noch zu schnell unterwegs gewesen. „Viele Autos beschleunigen, um schnell aus dem beschränkten Gebiet rauszukommen“, berichtete er. Heinz forderte deswegen zum einen, dass die Straße häufiger überwacht wird. Außerdem schlug er vor, an der Bushaltestelle eine Geschwindigkeitsbegrenzung von zehn Kilometern pro Stunde einzuführen und diese mit einer dauerhaften Radarfalle zu kontrollieren.

Derzeit gilt auf der Straße Tempo 30, ob eine Verschärfung wirklich etwas nützen würde, bezweifelte Erich Schlittenbauer vom Kreisverwaltungsreferat (KVR): „Wenn die Autofahrer jetzt nicht einsehen, dass sie in dem Bereich nichts zu suchen haben, dann bringt auch Tempo 10 nichts“, gab er zu Bedenken. Denn die Polizei kann durchgehende Kontrollen nicht stemmen. „Wir wissen, dass es seit Jahren ein Brennpunkt ist und sind dran“, beteuerte Peter Rodinger von der Polizeiinspektion 14. „Aber wir können die Durchfahrt nicht dauerhaft überwachen.“

Trotzdem stimmten die Bürger mehrheitlich dem Vorschlag von Martin Heinz zu. Auch seine zweite Forderung, dass nach dem Abschluss der Bauarbeiten der Stadtwerke an der Westendstraße, Ridlerstraße und Barthstraße alle Verkehrsberuhigungen wieder hergestellt werden, nahmen sie an. Zumindest das sagte Schlittenbauer vom KVR gleich zu.

Nicht weiterverfolgt wird dagegen die Idee eines anderen Bürgers, der sich an der Kreuzung Trappentreustraße/Westendstraße vor den Zebrastreifen Bremshügel wünschte. Dadurch sollen die Autofahrer gezwungen werden, ihre Geschwindigkeit zu reduzieren. Die Bürger lehnten den Antrag ab – denkbar knapp, eine einzelne Stimme gab den Ausschlag.

Eine große Mehrheit fand jedoch die Forderung nach Verkehrsberuhigung von Christian Schneider. „Das neue Einkaufszentrum Forum Schwanthalerhöhe wird den Verkehr stark erhöhen“, befürchtet er. „Das wird eine untragbare Situation.“ Bereits jetzt seien die Pendler, die durch das Viertel fahren, eine große Belastung für die Anwohner. „Es gibt so viel Schleichverkehr, weil die Menschen versuchen, den Stau auf der Landsberger Straße abzukürzen“, erklärte Schneider. Viele Autofahrer würden stattdessen beispielsweise auf die Ridlerstraße, die Ganghoferstraße und die Heimeranstraße ausweichen. Schneider forderte deshalb, dass die Stadt eine Analyse in Auftrag geben soll, wie viel Verkehr in dem Gebiet künftig zu erwarten ist und wie man diesen verringern kann. „Man müsste den Durchgang durch unser Viertel in die Innenstadt unterbinden“, schlug er vor. Eine Möglichkeit dafür könnten zum Beispiel Durchfahrtsverbote sein.

Auch der BA-Vorsitzenden Sibylle Stöhr ist bewusst, dass sich beim Verkehr etwas verbessern muss – grundlegend. „Wir haben schon das ein oder andere voran gebracht“, sagt sie. „Aber meiner persönlichen Meinung nach brauchen wir eine radikale Verkehrswende.“ cla

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