Permanente Ruhestörung und sogar Verdacht auf illegale Prostitution

Bürger auf den Barrikaden: Sie kämpfen gegen das Arbeiterwohnheim

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Die Anwohner rund um Stefan Rigl (Vierter von links) haben genug von dem Lärm am Arbeiterwohnheim an der Kleinhaderner Straße 2.

Hadern – Anwohner beklagen sich über unzumutbare Zustände: Vor allem über den Lärm, der unentwegt vom dortigen Arbeiterwohnheim herübertönt – Mit einer Petition wollen sie gegen den Betrieb vorgehen

Dicke Luft herrscht bei den Anwohnern rund um die Kleinhaderner Straße 2. Im Januar 2017 hatte die Lokalbaukommision einer Nutzungsänderung des dortigen Wohn- und Geschäftshauses in ein Arbeiterwohnheim zugestimmt. Doch: Bereits seit längerer Zeit beobachten Nachbarn die dortigen Zustände misstrauisch. Jetzt haben sie sich bei der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) beschwert: zugemüllte und zugeparkte Zufahrten, permanente Ruhestörungen, Menschen, die in der Tiefgarage und bei laufendem Motor im Auto schlafen und sogar der Verdacht auf illegale Prostitution.

Stefan Rigl (41) wohnt seit zwei Jahren gegenüber: „Nachbarn sind bereits weggezogen, wir sind mit den Nerven am Ende. Wir wollen nicht weg – aber so kann es nicht weitergehen“, beschwert sich der Projektmanager. Er will den Betrieb des Arbeiterwohnheims stoppen und hat sogar eine Online-Petition gestartet (www.openpetition.de/!Arbeiterwohnheim), auch bei der Haderner Bürgerversammlung hat er sein Anliegen vorgetragen. Wie diese am Dienstagabend abgestimmt hat, stand zu Redaktionsschluss nicht fest.

„Ich kann mit meinem Sohn nicht auf den zugemüllten Spielplatz!“

„Wir können nur mit geschlossenem Fenster schlafen, weil es bis spät in die Nacht laut herübertönt. Mit meinem einjährigen Sohn kann ich nicht auf den Spielplatz gehen, weil dort Gruppen von Männern herumlungern, trinken und ihren Müll liegenlassen“, sagt Rigl. Außerdem hegt er die Vermutung, dass in dem Haus illegale Prostitution betrieben wird: „Leicht bekleidete Damen stehen vor dem Heim, Zimmer sind eindeutig beleuchtet.“

Für den BA war die Sache klar, das sei ein Fall für die Gewerbeaufsicht, außerdem sollen Sozialreferat und das Referat für Gesundheit und Umwelt eingeschaltet werden. Allerdings: Johannes Mayer vom Kreisverwaltungsreferat, zu dem die Gewerbeaufsicht gehört, erklärt, dass ein Wohnheim grundsätzlich keine Betriebsstätte nach der Gewerbeordnung sei. Für ihn höre sich das nach „prekärem Wohnen“ an, wofür das Sozialreferat zuständig sei. Bis Redaktionsschluss lagen hierzu keine weiteren Informationen vor.

Bezüglich des Verdachts auf illegale Prositution erklärt Marina Mozny von der Münchner Polizei, dass hierzu an dieser Adresse keine Erkenntnis vorliege.

Die Eigentümerin des Hauses an der Kleinhaderner Straße, wohnhaft am Bodensee, ist bei der Konfrontation mit den Vorwürfen überrascht. Sie habe ein gutes Verhältnis mit dem Mieter, einer gewissen „HSL Verwaltungs GmbH“, und finde es schade, dass sich von den Nachbarn niemand direkt bei ihr gemeldet habe – von den Anschuldigungen höre sie zum ersten Mal. Der Mieter wollte sich gegenüber Hallo nicht äußern.

dbo

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