Planspiel in Sendling-Westpark

BRK-Nachwuchskräfte werden zu Staatsmännern und sollen fiktive Staatskrise lösen

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Diplomatie gefragt: In diesem fiktiven Gebiet in Afrika ist eine politische Krise ausgebrochen, zeigt Florian Rößle vom BRK. Die Planspiel-Teilnehmer müssen eine Lösung finden.

Junge Diplomaten sind hier an der Macht: BRK-Nachwuchskräfte sollen fiktive Staatskrise lösen.

Es brodelt in Malea. Rebellen der Provinz Lufan kämpfen für die Unabhängigkeit, Bewohner müssen fliehen, die Nachbarländer haben Interesse an den Bodenschätzen der Region. Jetzt zählt vor allem ein Ziel: Es muss vermieden werden, dass Krieg ausbricht. In der Landesgeschäftsstelle des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Sendling-Westpark starten die Verhandlungen.

In diesem Fall handelt es sich zum Glück um ein erfundenes Szenario. Ähnliche Situationen sind jedoch in der Realität täglich in den Nachrichten zu hören. Das beschäftigt auch viele Jugendliche, so die Erfahrungen der BRK-Jugendleiter. „Das Interesse ist definitiv da, viele machen sich Gedanken darüber“, erklärt Florian Rößle. Er möchte in der Nachwuchsarbeit deshalb das humanitäre Entwicklungs- und Lernprojekt „h.e.l.p“ einführen. Jetzt gibt es das Rollenspiel erstmals in Bayern. Dabei schlüpfen junge Menschen – dieses Mal vor allem Gruppenbetreuer, die das Konzept hinaus in ihre Ortsgruppen tragen wollen – in die Rolle von Diplomaten, Journalisten oder Vertretern des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes. Im Ausschuss der Generalversammlung der Vereinten Nationen sollen sie die Krise in Malea lösen.

Eine der Teilnehmer ist Katja Maier (21). Welche Rolle die Jura-Studentin haben wird, weiß sie nicht, das wird ausgelost. „Presse wäre vielleicht interessant“, sagt sie. „Ich denke das ist eine ziemlich lenkende Rolle.“ Maier ist jedenfalls gespannt, ob die Gespräche erfolgreich sein werden. „Ich denke, man nimmt es schon ernst, und vielleicht manchmal sogar persönlich“, sagt sie.

Beeinflusst werden kann der Spielverlauf von den Spielleitern Florian Rößle und Florian Stadler. Sie bilden gemeinsam die Vereinten Nationen und können verschiedene Ereigniskarten einsetzen. Ansonsten ist alles offen: „Man kann offensiv oder defensiv spielen, je nachdem entwickelt sich die Situation“, erklärt Stadler. Er war selbst schon einmal als Spieler dabei, als Rebellenführer. „Danach sieht man vieles klarer“, sagt er. „Es ist etwas anderes, ob man über so einen Konflikt nur etwas liest oder wirklich in dem Thema drin ist.“

Als Stadler mitgespielt hat, konnten sich die Diplomaten immerhin auf Teilverträge einigen. Theoretisch könnten im besten Fall eine langfristige Lösung und im schlimmsten Fall keine Einigung zustande kommen. Die Zukunft von Malea und Lufan ist offen.
Claudia Schuri

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