Ludwigsvorstadt

Brauereirösser bleiben auf der Wiesn

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Ludwigsvorstadt: Online-Petition zum Verbot von Pferdegespannen auf dem Oktoberfest ist gescheitert

Stattliche Rösser, die geschmückte Brauereigespanne ziehen: für viele eine Tradition, die zur Wiesn dazu gehört wie Hendl und Kettenkarussell. Für andere eine längst überholte Tierquälerei. Die Münchnerin Julia Maier hat vergangenes Jahr eine Internet-Petition unter dem Titel „Schluss mit Pferdefuhrwerken auf dem Oktoberfest in München“ gestartet. Rund 40 100 Unterstützer hat sie gefunden – doch jetzt ist das Anliegen gescheitert. Der Umweltausschuss im bayerischen Landtag lehnte die Petition mit breiter Mehrheit ab. Sowohl die CSU als auch die Freien Wähler und die Grünen-Fraktion sprachen sich dagegen aus. Eine voraussehbare Entscheidung, mit der auch Herbert Woerlein (SPD), der die Petition im Ausschuss vorgetragen hatte, gerechnet hat. „So etwas geht ins Herzen der Bayern“, sagt er. „Die Forderungen waren zu überzogen.“ Trotzdem hätte sich Woerlein gewünscht, dass die Petition Basis für weitere Gespräche geworden wäre. „Vielleicht hätte man auf freiwilliger Basis nach Verbesserungen suchen können“, sagt er. „So ist es eine vertane Chance.“

Bei Initiatorin Maier ist die Enttäuschung groß. „Es ist nicht einmal zu einer Diskussion gekommen“, erklärt sie. „Dabei liegen viele Beweise vor, dass es sich um Tierquälerei handelt.“ Sie kritisiert unter anderem die große Belastung für Pferde als Fluchttiere durch den Tumult auf dem Fest. Unterstützung bekommt sie dabei von der Tierrechtsorganisation Peta. Diese hatte gegen drei Brauereien Anzeige erstattet. Ein Verfahren, bei dem die Aktivisten eine Brauerei der Misshandlungen von Tieren mit einer Peitsche bezichtigten, wurde eingestellt. Auch der Vorwurf, dass die Hufe der Rösser in schlechtem Zustand seien, hat sich laut Kreisverwaltungsreferat bei Kontrollen nicht bestätigt. Die Behörde sagte jedoch zu, darauf hinzuwirken, dass es beim nächsten Fest keine Anbindehaltung der Pferde mehr gibt.

Brauereigespann-Gegnerin Julia Maier möchte noch nicht so schnell aufgeben und überlegt, weitere Aktionen zu planen. „Über 40000 Stimmen lasse ich nicht einfach mit den Füßen treten“, gibt sie sich kämpferisch.

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