Zur Belohnung ein Konzert

Laim

Dass der Tag irgendwann kommen würde, das war ihnen klar. Doch jetzt, wo er immer näher rückt, wird ihnen langsam mulmig. Gut zehn Jahre haben die Musiker von „Beathotel“ in ihrem Probenraum an der Landsberger Straße in die Saiten gehauen, über zu späte Einsätze diskutiert oder einfach nur Spaß an der Musik gehabt. Damit ist es jetzt vorbei. Im April müssen sie raus. Das Haus wird abgerissen. Deshalb haben sich die Vier zu einer ungewöhnlichen Maßnahme entschieden. „Wer uns einen Raum vermitteln kann, bekommt ein Privatkonzert“, sagt Bandleader Fredrik Forsblad. Auch wenn Forsblad, Stefan Essl, Anselm Soos und Norbert Swowboda eine neue Bleibe finden – die Zeiten im „Beatheaven“ werden sie nie vergessen. „Über 1000 Stunden haben wir auf diesen 16 Quadratmetern verbracht“, sagt Forsblad. Für die Band war der kleine Raum in der alten Druckerei perfekt. Die Wände aus dickem Beton, die Eisentür mit eine Sandfüllung, das Fenster mit einer Matratze isoliert. Probleme mit den Nachbarn gab es nie. So hat sich die Band, deren Markenzeichen der dreistimmige Chorgesang und die legendären Rickenbacker-Gitarren sind, zu einer festen Größe in der Beat-Musik entwickelt. Bis in die Charts haben sie es geschafft – wenn auch nur in Indonesien. Aber auch in Deutschland kennen Hunderttausende ihren typischen Sixties-Sound. Zum Kinohit „Männerherzen – und die ganz, ganz große Liebe“ mit Christian Ulmen und Til Schweiger hat die Münchner Band drei Songs beigesteuert. Warum sie sich ganz dem Mersey Sound der 60er verschrieben haben? „Es ist nicht nur die Musik, es ist auch das Lebensgefühl jener Zeit“, sagt Fredrik Forsblad. „Beim Beat sind wir einfach zu Hause.“ Das sieht man auch auf ihren Konzerten. In Jeans und T-Shirt würden sich die vier Münchner nie auf die Bühne wagen. Wie die Beatles hauen sie nur in ordentlichen Anzügen in die Saiten. Der Erfolg ist da, und auch nach 17 Jahren strotzen die vier Münchner noch vor Schaffenskraft. Trotzdem steuert das Quartett in eine ungewisse Zukunft. Ohne Probenraum, geht nichts. „Da sinkt das Niveau ganz schnell ab.“

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