"Ausgesperrt vor der Tür"

Laimer Eltern dürfen bei der Schwimmschule nicht zu den Kindern in die Umkleide

Laim Jede Woche das gleiche Spiel: Sylvia Poeting und Angela Stich bringen ihre Kinder Bjärne (viereinhalb Jahre) und Sebastian (vier Jahre) zur Schwimmschule in das Schwimm­bad der Grundschule an der Camerloher Straße in Laim. Sie begleiten sie bis zur Umkleidetür – und Schluss: „Wir werden hier ausgesperrt“, sagt Sylvia Poeting über eine neue Regelung in den Räumlichkeiten der Schwimmhalle. „Wir haben einen Brief bekommen, dass es ab sofort nicht mehr gestattet ist, die Umkleiden oder gar das Schwimmbad mit Straßenschuhen zu betreten. Bei Zuwiderhandlung müsse ansonsten die Schwimmhalle gesperrt werden.“ Und weiter:  „Seitdem müssen wir die Kinder hier an der Tür quasi abgeben, das finden wir nicht toll.“ Aufgrund dieser Regelung sind die Eltern sauer: „Die bisherige Praxis war doch ein Grund, warum wir unser Kind hier in der Schwimmschule angemeldet haben“, sagt Angela Stich. „Und mein Sohn hat schon gesagt, ,wenn Du nicht dabei bist, will ich da nicht mehr hin’.“ Aber die aufgebrachten Eltern denken auch an Schwimmlehrerin Jana Breitbarth und ihr Team: „Klar, es sind schön kleine Gruppen, aber die Lehrerinnen müssen jetzt zusätzlich noch die Kinder ausziehen, sie nachher duschen und wieder anziehen. Das ist doch Wahnsinn“, sagt Sylvia Poeting. Mit diesem Anliegen haben sich die Eltern an die CSU-Bezirksausschuss-Politikerin Alexandra Gaßmann gewandt. „Dass die Eltern hier vor die Tür und zum Nichtstun verbannt werden, finde ich schlimm“, sagt sie. Und eine drohende Schließung sei unverständlich vor dem Hintergrund, dass das Bad erst kürzlich für viel Geld saniert worden sei. Sie will den Unmut der Eltern in der nächsten Sitzung des Laimer Bezirksausschusses vorbringen. Völlig unverständlich ist den Eltern auch, warum im Vorfeld des Briefes und der neuen Regelung nicht mit ihnen geredet worden ist: „Wenn es hygienische Probleme gegeben hat, kann man uns das doch sagen. Es ist doch selbstverständlich, dass wir die Schuhe ausziehen und zum Beispiel keine Speisen mit ins Bad nehmen“, erklärt Sylvia Poeting. Denn es sollen hygienische oder Schmutzprobleme gewesen sein, die zu der Änderung der gängigen Praxis geführt haben, dass Eltern ihre Kinder sowohl in die Umkleide als auch ins Schwimmbad begleiten konnten. Ob die Laimer Eltern weiter ihre Kinder „abgeben und abholen“ können, wird sich zeigen: Gespräche mit dem Schulamt sind geplant. Jochen Schröder Das sagt das Schulamt dazu Nach den Worten von Eva-Maria Volland, Sprecherin des Schulreferats, gibt es in München eine Verordnung von 1973, die besagt, dass Eltern nicht mit in die Umkleiden dürfen. „Das wird natürlich von Ort zu Ort anders gehandhabt“, sagt Volland. In der Camerloher Schule sei der Grund für das Einhalten der Regelung, dass die Umkleide einen sehr empfindlichen Boden besitze. „Wir bemühen uns aber, für die Eltern ein anderes Schwimmbad zu finden, in dem sie mit in die Umkleide können.“

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