Aufstand der Hundebesitzer

Hundewiese im Münchner Westen einfach gesperrt: Herrchen und Frauchen sind sauer

Laim/Hadern Immer wieder die gleiche Frage: „Wo sollen wir jetzt mit unseren Hunden hin?“ Darüber rätseln in diesen Tagen zahlreiche Hundebesitzer im Münchner Westen. Als eine Unverschämtheit empfinden sie die Sperrung der so genannten „Hundewiese“ zwischen der Baumschule in Laim und dem Westbad bei Pasing. Diese war über Jahre ein wahres Paradies für Hunde und ihre Besitzer, einer der wenigen Flecken der Landeshauptstadt, auf dem Hunde frei laufen und toben konnten. „In einer wahren Nacht- und Nebelaktion wurden rund um die Hundewiese die grünen Poller montiert, die eine Sperrung des Areals für Hunde bedeuten“, moniert Hundefrauchen Claudia Kleinert aus Hadern. „Dabei wird die betreffende Grünfläche sicherlich schon seit mehreren Jahrzehnten als Hunde-Spielplatz genutzt und in entsprechenden Hundeführern- und büchern für München als solche aufgeführt.“ Vor allem stört die Hundefreunde, dass niemand informiert und nirgends etwa mit Aushängen auf die Änderung aufmerksam gemacht wurde. Jetzt sehen sich die Hundebesitzer vor vollendete Tatsachen gestellt, ohne weder Gründe noch alternative Ausweichflächen zu kennen. Die Gründe für die Sperrung der Hundewiese liefert Jürgen Marek, Sprecher des Baureferats: „Bei städtischen Grünanlagen versuchen wir immer, den Ansprüchen aller Nutzergruppen gerecht zu werden. Im konkreten Fall gab es Beschwerden von Anwohnern wegen Verschmutzung durch Hundekot und der Vielzahl der Tiere, die teilweise auf der Fläche umherliefen, weshalb wir das Thema an den zuständigen Bezirksausschuss weitergegeben haben.“ Und dessen Vorsitzender, Christian Müller, bestätigt, dass das Lokalgremium einer Umwidmung der Grünfläche hin zu einer Liegewiese zugestimmt hat. „Ja, es gab das dementsprechende Schreiben eines Bürgers, und diesem Wunsch haben wir entsprochen.“ Den Unmut der Hundebesitzer, die anfügen, dass es überall im Westpark ausreichend Liege- und Ruheflächen für Erholungssuchende gebe, quittiert der Bezirksausschuss-Chef mit einem Lächeln: „Jetzt können die Hundebesitzer ja zu uns kommen und sich beschweren, dann werden wir uns nochmal mit dem Thema befassen“, sagt Müller. Und der Protest der Hundebesitzer im Münchner Westen nimmt auf jeden Fall zu: In den wenigen Tagen nach der Sperrung der Wiese haben die Betroffenen nach eigenen Angaben schon rund 1200 Unterschriften gesammelt, die sie den Politikern übergeben wollen. Zudem machen sie als Bürgerinitiative „Bello & Co.“ im Internet und auf Flugblättern Druck, wollen einen Anwalt einschalten und gar eine einstweilige Verfügung gegen das Hundeverbot erwirken. „Eine Liegewiese wird nur bei schönem Wetter genutzt, wir Hundebesitzer brauchen aber jeden Tag einen Auslaufplatz“, widerspricht Claudia Kleiner den Argumenten aus Politik und Verwaltung. „Außerdem gibt es rundherum ausreichend Liegewiesen und Kinderspielplätze.“ Und Christiane Vidacovich, Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins „Streichelbande“, ergänzt: „Wir besuchen mit unseren Hunden Behinderte, Kinder sowie Senioren und nutzen die Hundewiese zur Entspannung der Tiere. Ich finde es erschreckend, was die Stadt da macht, eine Sauerei ist das.“ Jochen Schröder

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