Laim/Hadern

Anwohner protestieren gegen Verlegung der Bushaltestelle am Hönigschmidplatz

Kämpfen gegen die Haltestellenverlegung: die Anwohner Markus Felder, Michael Luber und Antonie Forster (v. l.).
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Kämpfen gegen die Haltestellenverlegung: die Anwohner Markus Felder, Michael Luber und Antonie Forster (v. l.).

Laim/Hadern: Es herrscht Angst vor einem Verkehrschaos.

Normalerweise sind sich bei solchen Themen alle einig: Wenn Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut werden und die MVG längere Buszüge einsetzen möchte, wird das meist von allen gelobt. Nicht so am Hönigschmidplatz an der Grenze zwischen Hadern und Laim. Dort schlägt ein solches Vorhaben hohe Wellen: Die Anwohner befürchten ein Verkehrschaos – und sind damit nicht die einzigen.

Die MVG und das Baureferat planen, die Haltestelle Hönigschmidplatz der Stadtbus-Linie 168 behindertengerecht auszubauen und dort lange Buszüge einzusetzen. Deshalb soll die Haltestelle in Richtung Wastl-Witt-Straße gegenüber der Haltestelle Richtung Nymphenburg-Süd verlegt werden (Hallo berichtete). Doch in der vergangenen Sitzung des Bezirksausschusses Hadern wehrten sich Anwohner dagegen. „Ich werde alles unternehmen, um die Verlegung der Bushaltestelle zu verhindern“, erklärte Antonie Forster, die in der Agricolastraße direkt neben dem neuen Standort lebt. „Es wird sonst eine doppelte Lärmbelastung für uns“, ärgert sie sich zum einen. Zum anderen befürchtet sie weitere Verkehrsprobleme: „Die Ecke ist jetzt schon super gefährlich, das würde sich weiter verschlimmern“, sagte sie. Unterstützung bekam sie von Markus Felder und Michael Luber, die ebenfalls in der Gegend leben. Sie argumentierten, dass in den Straßen gar nicht ausreichend Platz für Buszüge sei. „Da könnte man sonst gleich einen Feuerwehrmann für die Unfälle abstellen“, so Felder. „Es wäre eine Katastrophe.“

Laut der Statistik der Münchner Polizei hat es in der Gegend rund um den Hönigschmidplatz von Januar 2015 bis Ende März 2017 insgesamt 83 Mal gekracht. Bei zwölf Unfälle gab es Verletzte, an fünf Unfällen waren Radfahrer beteiligt. „Aus polizeilicher Sicht ist die Situation damit unauffällig“, sagt Constanze Spitzweck von der Münchner Polizei.

Doch auch im Kreisverwaltungsreferat (KVR) sorgt man sich bei einer Verlegung der Haltestelle um die Verkehrssicherheit. Denn damit wären die Radfahrer an den Kreuzungen der Senftenauerstraße zur Alpenveilchenstraße beziehungsweise zur Agricolastraße nicht mehr vorfahrtsberechtigt. Eine Neuregelung wäre nötig. Beim KVR lehne man die Verlegung „nicht generell und grundsätzlich ab“, so Sprecher Johannes Mayer. Man halte sie aber „für möglicherweise problematisch“.

Das Baureferat, das federführend für den barrierefreien Ausbau von Bushaltestellen zuständig ist erklärt, derzeit noch keine detaillierten Auskünfte geben zu können. Momentan seien aufgrund eines Stadtratsantrags zu dem Thema seien alle Aspekte in Prüfung.

Die Stadträte Alexandra Gaßmann, Johann Stadler (beide CSU) und Verena Dietl und Jens Röver (beide SPD) fordern gemeinsam, den Hönigschmidplatz neu zu gestalten. Bis dahin sollen alle Überlegungen, die Haltestelle zu versetzen zurückgestellt werden.

Doch: Ob es wirklich zu einer gesamten Platzumgestaltung kommt, ist fraglich. „Der Platz liegt bei den Umgestaltungen ziemlich weit hinten“, sagte Peter Winklmeier (CSU), Vorsitzender Haderner Verkehrsausschusses.

Der Bezirksausschuss beschloss letztlich einstimmig, alle Bedenken der Bürger an die Stadt weiterzuleiten.

Claudia Schuri

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