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80-jähriger Münchner hilft Polizei bei Festnahme von Telefonbetrüger

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Wenn bei einem Anruf der Polizei etwas verdächtig wirkt, sollte man sofort auflegen.
Ein 80-jähriger Münchner durchschaute die Betrugsmasche eines falschen Polizisten. © . Symbolfoto: dpa/Julian Stratenschulte

Als ein 80-Jähriger aus dem Westend von einem vermeintlichen Polizisten angerufen wird, tut er das einzig Richtige und hilft so, zumindest einen der Betrüger festzunehmen

Westend- Ein 80-Jähriger aus dem Westend hat der Polizei geholfen, einen Telefonbetrüger festzunehmen.. Am Donnerstagmittag rief ihn seiner Wohnung im Bereich der Ganghoferstraße ein vermeintlicher Polizeibeamten an. Dieser schilderte eindrücklich einen tödlichen Verkehrsunfall, den die Tochter des 80-Jährigen verursacht haben soll. Er sollte nun zur Vermeidung einer Untersuchungshaft des Kindes eine „Kaution“ von 50.000 Euro hinterlegen.

Westend: 80-Jähriger erkennt Betrugsabsicht und informiert Polizei

Der Anrufer wies ihn zudem an, bei etwaigen Nachfragen der Bankangestellten einen „Autokauf“ als Grund für die Bargeldabhebung zu nennen. Der 80-Jährige erkannte die Betrugsabsicht und verständigte – von den Tätern unbemerkt – die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Münchens.

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Gleichzeitig gab er gegenüber dem Anrufer vor, dass Geld von seiner Bankfiliale abzuholen. Als der 80-Jährige wieder in seine Wohnung zurückkehrte, kündigte der Betrüger an, dass ein Kurier die 50.000 Euro an einem nahegelegenen Treffpunkt abholen werde. Als dieser den Briefumschlag mit dem Geld entgegennahm, nahm ihn die Polizei gegen 12.30 Uhr fest. Der Abholer war ein 15-Jähriger aus Essen und sitzt nun in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen werden durch die hierauf spezialisierte Münchner AG Phänomene geführt und dauern an.

Notruf 110 bei Anrufen vermeintlicher Polizisten wählen

Falsche Polizei- oder Kriminalbeamte und auch andere angebliche Amtspersonen (z. B. Richter, Staatsanwalt, etc.) verwenden häufig den Trick, dass ein Familienmitglied einen schweren Unfall verursacht hat und nun zur Abwendung einer Haft eine entsprechende Kaution fällig sei.

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Die Angerufenen sollten sich durch ein Telefonat mit dem Polizeinotruf 110 vergewissern, ob es sich tatsächlich um einen echten Anruf handeln könnte. Davor sollten sie prüfen, dass der vorherige Anruf definitiv beendet wurde, indem der Hörer aufgelegt oder eine entsprechende Taste eines Mobiltelefons gedrückt wurde.

Weitere Tipps der Polizei gegen Telefonbetrüger

Wer von einem vermeintlichen Polizisten angerufen wird, sollte

- telefonische Rücksprache mit seiner Familie haltern

- keine Details zu seinen finanziellen Verhältnissen preisgeben

- keine Unbekannten in die Wohnung lassen

- sich nicht unter Druck setzen lassen

- kein Geld und keine Wertgegenstände an fremde Personen übergeben oder zur Abholung vor die Türe stellen. Die Polizei wird nie um die Aushändigung von Geld oder Wertgegenständen bitten

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Polizei

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