Kicken im Township von Namibia

26-jähriger Sportler vom FC Ludwigsvorstadt macht Fußballtraining mit Kindern im Armenviertel

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Spaß beim Erinnerungsfoto: Thomas Preißler und seine Schützlinge hatten gemeinsam viele schöne Erlebnisse.

Von seinem Heimatverein ist Thomas Preißler anderes gewohnt. In Namibia organisiert er ein Fußballtraining mit Kindern im Armenviertel.

Gekickt wird auf Lehmboden, neben notdürftigen Wellblechhütten. Viele Kinder sind barfuß, ihre Eltern haben kein Geld für Fußballschuhe. Das Fußballtraining in Namibia läuft anders, als es Thomas Preißler (26) von seinem Heimatverein, dem FC Ludwigsvorstadt, kennt.

Der angehende Deutsch- und Sportlehrer war für ein halbes Jahr in Namibia, um dort in einer Schule Deutschunterricht zu geben. Außerdem organisierte er als Übungsleiter der Löwen-Fußballschule Trainings für Kinder aus dem Township zwischen fünf und 16 Jahre.

„Fußball ist international. Es macht den Kindern überall Spaß“, sagt der Neuhauser. Dazu kommt gerade für die Armenviertel ein weiterer Vorteil: „Man braucht nicht viel dazu, nur eine Fläche und einen Ball, als Tore gehen zur Not auch Hütchen“, erklärt er. Das Trinkwasser zur Erfrischung musste er selbst in Kanistern zum Training mitbringen. „Die Versorgung war dort nicht gegeben“, erinnert er sich. Das Leben im Armenviertel ist hart, das hat Preißler schnell bemerkt: „Das macht einen schon nachdenklich“, sagt er. „Aber ich habe vorher schon gewusst, was mich erwartet, darum war es nicht so die große Überraschung.“

Alltag in Namibia

Täglich unterrichtete der 26-Jährige an einer staatlichen Highschool Teenager in der achten, neunten und elften Klasse in Deutsch als Fremdsprache. Auch wenn es schon über 100 Jahre her ist, dass Deutsch-Südwestafrika, wie die Gegend damals hieß, eine deutsche Kolonie war, ist die Sprache bei vielen Bürgern noch immer präsent.

Nach dem Unterricht radelte Thomas Preißler zweimal wöchentlich ins Township zum Fußballtraining. Am Wochenende ging es dann mit den Kindern zu Turnieren. Besonders viel Wert legte er dabei darauf, bei der Mannschaftsnominierung nicht nur die besten sondern auch die engagiertesten Spieler auszuwählen. Pünktlichkeit, Kameradschaft, Hilfsbereitschaft, Motivation, Fleiß – das waren wichtige Kriterien für ihn. „Wenn jeder kommt, wann er will, kann ich kein Team bilden“, sagt er.

Am Anfang sei das für manche der Kinder und Jugendlichen noch schwierig zu verstehen gewesen, im Laufe der Zeit hätten sich aber alle immer besser an die Strukturen gewohnt. Zum Abschluss des Projekts gab es Auszeichnungen für den Einsatz: „Wir wollen mit dem Projekt den Kindern zeigen, dass Engagement belohnt wird“, erklärt Preißler. Eine Erfahrung, die viele in der Gegend sonst nur selten machen, und die doch so wichtig ist, wenn sie den Sprung in ein besseres Leben schaffen wollen.

Thomas Preißler ist froh, mit seinem Einsatz in Namibia vielleicht einen kleinen Beitrag dazu geleistet zu haben: „Ich würde es schon nochmal machen“, sagt er. „Es war so, wie ich es mir vorgestellt habe.“

Jetzt stehen für ihn aber erst einmal die Staatsexamensprüfungen und das Lehramtsreferendariat an.
Claudia Schuri

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