Leerstand am Max-Weber-Platz wird ab Frühjahr saniert, ab Herbst vermietet

So wurde Haidhausens grantige Gottesbraut gezähmt

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Schlagabtausch per Plakat: Die Eigentümerin der Kloster-Apotheke machte mit einer wütenden Nonne auf den Leerstand am Max-Weber-Platz aufmerksam.

Haidhausen – Um Himmels Willen: Voller Zorn stand sie dort im Schaufenster und verwies auf den inakzeptablen Leerstand auf der anderen Straßenseite – Jetzt ist die zornige Nonne wieder glücklich

Der Zorn der Nonne ist verraucht: Jetzt hängt ein neues Plakat im Schaufenster der Klosterapotheke am Max-Weber-Platz. Darauf lächelt die Klosterschwester, hat die Hände gefalten und dankt der Kirche für die Antwort.

Die Kirche lieferte promt eine Antwort auf Sonja Hölzers Plakat: Ein Poster mit einer freundlichen Apothekerin, das verspricht, dass das Haus ab Frühjahr saniert wird.

„Ich finde es sensationell, dass die Kirche per Plakat eine Antwort gegeben hat“, sagt Sonja Hölzer, Eigentümerin der Kloster-Apotheke. Sie hatte im Herbst den Dialog gestartet: Statt Werbung hängte sie in ihre Schaufenster das Plakat mit der grantigen Nonne, die die Kirche auffordert, den Leerstand gegenüber zu sanieren. „Ein Haus in so zentraler Lage, das leer steht – das geht einfach nicht“, findet die Haidhauserin. Deswegen beauftragte sie die Agentur City Beam, ein humorvolles Poster mit Botschaft zu entwerfen.

Weil die Kirche auf ihre Aktion antwortete, hängt jetzt das Bild einer zufriedenen Schwester im Fenster.

Auf das lieferte die Kirche prompt eine Antwort: Das Poster mit der freundlichen Apothekerin, das verspricht, dass das Haus ab Frühjahr saniert wird. „Wir hätten das selbst gerne schneller gelöst“, sagt Bernhard Kellner, Pressesprecher der Erzdiözese München-Freising, zu deren Besitz das Gebäude gehört. Aber: „Die Komplexität der Sanierung war anfangs nicht klar.“ Denn seit der Laden Foto-Model vor drei Jahren dicht machte, liegt es im Argen mit dem Haus. „Der Nachfolger ging schnell pleite“, erinnert sich Kellner. „Dann kamen immer mehr Sanierungsarbeiten hinzu, die alle erst in unserem Apparat genehmigt werden mussten.“ Feuchtigkeit im Gemäuer, Versalzung und Korrosion der Träger. 

Doch der Pressesprecher verspricht: „Im Frühjahr wird es saniert, ab Spätsommer oder Herbst vermietet.“ Das dürfte auch den Bezirksausschuss Au-Haidhausen freuen – er hatte bereits im Februar gefordert, die Stadt solle den Eigentümer zu einer Nutzung drängen. Jedenfalls für City-Beam ist die Kampagne ein voller Erfolg: „Wir haben noch nie so viel Rückmeldung auf unsere Werbeplakate bekommen“, sagt Steffen Gaschik.

Hanni Kinadeter

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