Mae West nimmt Gestalt an

Mae West am Effnerplatz in Bogenhausen wächst langsam in die Höhe. Foto: G.M.

Die Mae West nimmt Gestalt an. Das untere Drittel des Kunstwerks, das ab Ende 2010 dem Effnerplatz eine spektakuläre Mitte geben wird, ist bereits montiert.

Das Kunstwerk Mae West, im Volksmund auch „Strickliesel“ genannt, wird bald nicht mehr nur auf Papierskizzen und in Multimediashows zu bewundern sein – die Realisierung der Skulptur von Rita McBride geht in die Endphase. Schon sind auf dem Betonfundament 32 carbonummantelte Stahlrohre montiert und harren auf ihre Carbonrohr-Verlängerung. Ab einer Höhe von 15 Metern werden nicht mehr Stahl-, sondern carbonfaserverstärkte Kunststoffrohre montiert, denn ein Aufprall der Straßenbahn ist hier nicht mehr zu befürchten. Aus Sicherheitsgründen wurden im Bereich der Tram, die künftig unter der Skulptur durchfahren wird, Stahlrohre im Fundament verankert, die nur aus optischen Gründen einen Carbonmantel erhielten. Hohe Standfestigkeit wird garantiert „Selbst wenn sechs Stützen bei einem Unfall wegbrechen würden – die Mae West bliebe stehen“, sagt Johann Wittmann vom Baureferat. Mit der Skulptur am Effnerplatz wird ein Prototyp aus dem Werkstoff Carbon entstehen, denn bisher wurden CFK-Rohre noch nicht für eine derartige Konstruktion verwendet. Ohne genormte Bauweise – in diesem Fall am Brückenbau orientiert – ist eine Einzelfallgenehmigung durch die Oberste Baubehörde notwendig. Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren noch. Vormontage auf Grünfläche 52 Meter hoch wird die Mae West werden und am Fußpunkt einen Durchmesser von 32 Metern haben, an der Spitze sind es noch 19,50 Meter. Die schmale Mitte der Figur liegt bei 7,50 Meter. 32 Stäbe werden letztlich die Skulptur mit der Form eines in Stabelemente aufgelösten hyperbolischen Paraboloids bilden. Bis zum ersten Ringträger in 15 Meter Höhe bestehen die „Stäbe“ aus carbonfaserummantelten Stahlrohren, dann folgen CFK-Rohre. Eines dieser 40 Meter langen Rohre wiegt nur rund 550 Kilo, ein vergleichbares Stahlrohr brächte 3,5 Tonnen auf die Waage. Die oberen zwei Drittel des Kunstwerks werden auf einer Grünfläche nordöstlich des endgültigen Standorts vormontiert. Nach Fertigstellung wird ein Großkran das rund 37 Meter hohe Carbongeflecht auf die Stahlkonstruktion am Effnerplatz heben. Laut Johann Wittmann ist das in einer spektakulären Nachtaktion geplant, bei welcher der Mittlere Ring für zwanzig Minuten gesperrt wird. Hilfsgerüst auf dem Vormontageplatz Was die Bogenhauser derzeit auf der Grünfläche nordöstlich des Effnerplatzes emporwachsen sehen, ist das Hilfsgerüst für die Vormontage des oberen Teils der Mae West, das die „Arbeitsgemeinschaft Kunstwerk Mae West am Effnerplatz in München“, errichtet. Die Arbeitsgemeinschaft besteht aus den Gesellschaftern Professor Rita McBride, also der Künstlerin selbst, und der CGB Carbon Großbauteile GmbH. Bis Ende 2010 soll die Mae West fertig sein, bis die Tram unter ihr durchfahren kann, wird ein weiteres Jahr vergehen. Gabriele Mühlthaler

Auch interessant:

Meistgelesen

81-Jährige Frau in München galt als vermisst ‒ Zeugenaufruf der Polizei war erfolgreich
München Südost
81-Jährige Frau in München galt als vermisst ‒ Zeugenaufruf der Polizei war erfolgreich
81-Jährige Frau in München galt als vermisst ‒ Zeugenaufruf der Polizei war erfolgreich
Löwengebrüll: Ziehen die Anwohner jetzt vor Gericht?
München Südost
Löwengebrüll: Ziehen die Anwohner jetzt vor Gericht?
Löwengebrüll: Ziehen die Anwohner jetzt vor Gericht?
Neue Sozialwohnungen für Giesing?
München Südost
Neue Sozialwohnungen für Giesing?
Neue Sozialwohnungen für Giesing?
„Wer Jobs schafft, soll auch Wohnraum schaffen“
München Südost
„Wer Jobs schafft, soll auch Wohnraum schaffen“
„Wer Jobs schafft, soll auch Wohnraum schaffen“

Kommentare