Au weh! Ziehen die großen Firmen weg

Kellergespräch: Paulaners technischer Betriebsleiter Christian Dahnke (Mitte) zeigt dem BA Au-Haidhausen unter anderem den unterirdischen Verbindungsweg zwischen dem Paulaner-Gelände an der Falken- und an der Hochstraße und erklärte die Schwierigkeiten des Standortes Au. F.: Kowitz

Die Traditionsbetriebe „Paulaner“ und „Bernbacher“ prüfen eine Betriebsverlagerung – BA schlägt Alarm

Au Die Au – in der Vorstellung der Münchner untrennbar verbunden mit der Paulaner-Brauerei. Auch die Nudelfabrik Bernbacher hat eine lange Tradition im Viertel – seit über 75 Jahren sitzen sie am Tassiloplatz. Nun droht die Absiedlung der beiden großen Firmen. „Bernbacher hat einen Antrag auf Vorbescheid zu einem Abbruch des bestehenden Gewerbebetriebes und Neubau von Wohngebäuden mit Tiefgarage gestellt“, so Katja Strohhäker vom Planungsreferat. Paulaner prüft derzeit die Wirtschaftlichkeit eines Umzugs nach Langwied. „Das ist das Schlimmste, was passieren kann – nicht nur, weil man sich die Au ohne Paulaner gar nicht vorstellen kann“, betont Adelheid Dietz-Will, Vorsitzende des Bezirksausschusses Au-Haidhausen. Das Gremium fürchtet vor allem eine Vertreibung der angestammten Wohnbevölkerung: „Das krempelt die ganze Sozialstruktur in der Au um – die Firmen müssen das Maximale aus dem Grundstückverkauf herausholen, dementsprechend teuer werden die Wohnungen, die dort entstehen sollen“, erklärt Dietz-Will. Außerdem verliere der Stadtteil damit seine größten Arbeitgeber. Paulaner beschäftige 700 Mitarbeiter, Bernbacher rund 120. „Viele kommen aus dem Viertel oder der näheren Umgebung – die Mischung aus Gewerbe und Wohnen ist typisch für die Au.“ Jetzt hat das Gremium in Sachen Paulaner einen Antraggestellt: Die Stadt soll die Auswirkung einer Betriebsverlagerung auf Wohnungs- und Arbeitsmarkt, technische Infrastruktur sowie die anfallenden Kosten für das Unternehmen überprüfen. Außerdem haben sich die Lokalpolitiker bei einer Führung durch die Brauerei Vor- und Nachteile des Standortes erklären lassen. „Es liegt hauptsächlich an Logistik- und Transport-Problemen, das Gelände ist zu eng“, erklärt Dietz-Will. Die Firmen selbst halten sich zum Thema Betriebsverlagerung bedeckt: „Seit ein paar Monaten stehen solche Überlegungen im Raum, aber das ist nicht konkret“, so Julia Schütz, Sprecherin von Bernbacher. „Wenn, dann kommt nur ein Umzug ins Münchner Umland in Frage – schließlich ist Bernbacher seit 1898 eine Ur-Münchner Firma.“ Bei Paulaner wird immer noch gerechnet. „Das ist eine grundlegende Entscheidung für unser Unternehmen – dementsprechend lang dauert die Prüfung“, erklärt Christoph Bohning, Sprecher der Paulaner Brauerei. Doch wenn die Entscheidung fällt, kann das den Beginn einer neuen Ära in der Au einläuten. Maren Kowitz

Auch interessant:

Meistgelesen

Emmerams-Tram: MVG ist zuversichtlich
München Südost
Emmerams-Tram: MVG ist zuversichtlich
Emmerams-Tram: MVG ist zuversichtlich
Alles grün am Giesinger Bahnhof
Alles grün am Giesinger Bahnhof
Feuerwehreinsatz – Transporter kommt von Straße ab und bleibt unter Balkon stecken
München Südost
Feuerwehreinsatz – Transporter kommt von Straße ab und bleibt unter Balkon stecken
Feuerwehreinsatz – Transporter kommt von Straße ab und bleibt unter Balkon stecken
Germany's Next Topmodel: Hanna Hamata aus der Au sorgt für geschminkte Wahrheiten
München Südost
Germany's Next Topmodel: Hanna Hamata aus der Au sorgt für geschminkte Wahrheiten
Germany's Next Topmodel: Hanna Hamata aus der Au sorgt für geschminkte Wahrheiten

Kommentare