Warten auf freie Fahrt

Rainer Weissenberg, Michael Nord und Wolfgang Schichtel vor einem der so häufig geschlossenen Bahnübergänge. Foto: privat

Nicht nur den Daglfingern und Denningern ist klar, dass eine Lösung für die belastete Bahntrasse zwischen Zamdorf und Johanneskirchen längst überfällig ist. Auch Stadt, Freistaat und Bund sehen das inzwischen ein. Bis aber Nägel mit Köpfen gemacht werden, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen. Der CSU-Ortsverband Denning/Daglfing hat jetzt dem Landtagsabgeordneten Erwin Huber (CSU) geschrieben, dass dringend eine Lösung her muss.

Freie Fahrt und freien Durchgang wird es an den Bahnübergängen Daglfing und Denning in absehbarer Zeit nicht geben. So werden die Bürger noch länger damit leben müssen, dass die Schranken häufiger geschlossen als offen sind. Mehr als die Hälfte einer Stunde warten heißt das für Fußgänger, Radler und Autos nach Beobachtung der CSU-Aktiven Rainer Weissenberg, Michael Nord und Wolfgang Schichtel. Stillstand Auch Oberbürgermeister Christian Ude konnte sich vor zwei Jahren bei seiner Werbetour für die Express-S-Bahn zum Flughafen davon überzeugen, dass an den genannten Bahnübergängen kein Durchkommen ist. Für die Stadtplanung bedeutet das außerdem Stillstand in diesem Bereich. Ehe das Bahnproblem nicht gelöst ist, müssen große Siedlungsmaßnahmen, wie beispielsweise die Bebauung des Daglfinger Trabrennbahn-Geländes, auf Warteposition verharren. Die Denninger und Daglfinger klagen seit vielen Jahren über Lärm-, Verkehrs- und Abgasbelastung. Brandbrief Dem CSU-Ortsverband Denning/Daglfing wurde es nun zu bunt. Vorsitzender Michael Nord, Rainer Weissenberg und Wolfgang Schichtel schimpfen: „Die Ortsteile Denning, Daglfing und Johanneskirchen werden durch eine stark belastete Trasse der Deutschen Bahn durchschnitten, die Ortsteile selbst sind durch zwei stark befahrene Bahnübergänge verbunden. Bereits jetzt sind die Schranken bis zu 40 Minuten pro Stunde geschlossen, es bilden sich lange Staus!“ Die Strecke, auf der sowohl die S8 zum Flughafen als auch die Züge der Deutschen Bahn zum Containerbahnhof Riem unterwegs seien, sei stark überlastet. Das haben die CSU-Aktiven jetzt dem Landtagsabgeordneten Erwin Huber geschrieben und auf die Dringlichkeit einer schnellen Lösung hingewiesen. Kein Landtagsbeschluss für Streckenausbau Eine Express-S-Bahn ohne Streckenausbau halten die CSUler für verfehlt. Sie ärgern sich, denn „nun soll kurzfristig noch eine beschleunigte S-Bahn zum Flughafen dazu kommen. Und dies, obwohl der Bayerische Landtag den Ausbau der Bahntrasse zwischen Zamdorf und Johanneskirchen bereits beschlossen hat“. Hier allerdings irren Weissenberg, Nord und Schichtel, einen Landtagsbeschluss für den Ausbau gibt es bisher nicht. Die Untersuchung des Bayerischen Staatsministeriums zur „Verbesserung der Schienenanbindung des Flughafens München“ schlägt vor, den Ostkorridor mit einem höhengleichen Ausbau der Trasse Zamdorf – Johanneskirchen mit aktivem Lärmschutz weiter zu verfolgen. Inzwischen aber hat die Landeshauptstadt München, entsprechend eines Stadtratsauftrags vom März 2010, gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie ausschließlich für den betroffenen Trassenabschnitt eine Machbarkeitsstudie vergeben. Auftraggeber ist das Ministerium, welches sich hierzu eng mit dem Planungsreferat der Landeshauptstadt abstimmt. Tunnellösung wird mit untersucht Die Machbarkeitsstudie soll den empfohlenen höhengleichen vierspurigen Ausbau der Strecke Zamdorf – Johanneskirchen und eine Tunnellösung hinsichtlich Wirkungen, Nutzen und Kosten auf den Prüfstand stellen und in der Gesamtheit bewerten. Weil für diese vertiefende Untersuchung intensive interdisziplinäre Abstimmungen notwendig sind und zahlreiche Dienststellen beteiligt werden müssen, dauert die Sache. Dennoch sollen die Ergebnisse dem Stadtrat im Laufe dieses Jahres vorgelegt werden. Erst wenn die Studie abgeschlossen ist, können Kostenangaben zu verschiedenen Lösungsvarianten dargestellt werden. Bleibt zu hoffen, dass den umfangreichen Untersuchungen dann zügig Beschlüsse folgen, welche der unendlichen Geschichte der Zamdorf-Johanneskirchner-Bahntrasse endlich zu einem guten Ende verhelfen. Gabriele Mühlthaler

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