Waage zwischen Neuem und Altem

Bogenhausens BA-Vorsitzende zum Jahreswechsel

VON ANGELIKA PILZ-STRASSER Liebe Bürgerinnen und Bürger des 13. Stadtbezirks, ein ereignisreiches Jahr ist vor kurzem zu Ende gegangen. Die Landeshauptstadt München hat in diesem Jahr üppig ihren Geburtstag gefeiert. Und unser Stadtviertel hat sich gerne daran beteiligt. Gemeinsam konnten wir mit vielen Akteuren und Aktiven (der Theatergruppe des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasiums, der Zirkusgruppe des Max-Josef-Stifts, der Schule der Pfennigparade und der Freiwilligen Feuerwehr Oberföhring) ein mittelalterliches Spektakel an der historischen Brücke St. Emmeram inszenieren und einen Brückenlauf veranstalten. Leider fiel das Spektakel den „Stürmen des Schicksals“ und denen des Tiefs Elfriede zum Opfer und konnte nur einmal aufgeführt werden. Trotzdem hat es großen Spaß gemacht. Im Rahmen der Feiern haben wir uns nach meinem Empfinden wieder ein Stück mehr für unsere Wurzeln interessiert. Dazu gab es auch zwei hochinteressante Ausstellungen „Oberföhring, Geburtshelfer Münchens“ und „ LehmZiegelStadt“ zu bewundern. Gerade in unserem Viertel ist es wichtig, die Waage zwischen Neuem und Altem zu halten. Es gibt viele Gebiete, die neu bebaut wurden und etliche, die zur Planung anstehen. Um also Altes und Modernes zu verbinden braucht man – gerade in unserer bewegten Zeit – Wurzeln, braucht man seine Geschichte und das Wissen um sie. Ein wichtiger Teil der Baugeschichte Münchens hat mit dem Lehm und den Ziegeln zu tun. Wir alle im BA 13 wollen, dass das nicht verloren geht. Deswegen haben wir uns vehement für den Erhalt des Maschinenhäuschens und des Trockenstadels auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei Deck eingesetzt und freuen uns, dass deren Erhalt wohl gelingen wird. Auch der Erhalt unserer Dorfensembles liegt uns sehr am Herzen. Eine Eigenheit unseres Stadtteils besteht darin, dass er sich bei aller übergeordneter Gemeinsamkeit auch als Nebeneinander früher eigenständiger Dörfer darstellt. Manche dieser Dörfer besitzen noch ihren Dorfkern mit Kirche und „alter“ gewachsener Umgebung. Wir im Bezirksausschuss können es nicht einmal ansatzweise nachvollziehen, diese wunderschönen Ensembles aus der Denkmalschutzliste zu streichen und werden uns massiv dagegen wehren. Wir müssen gut darauf achten, dass die vielen Bauprojekte nicht zu beliebig werden, das heißt, dass sie keine Rücksicht auf die Eigenheiten unseres Bezirkes zu nehmen, überall stehen könnten und nichts mit Früherem zu tun haben Pflegeheim Effnerstraße Sicher interessiert Sie, was aus einigen Projekten geworden ist, die Sie seit Jahren kennen. Beim Neubau des Pflegeheims an der Effnerstraße gab es etliche Verzögerungen. Jetzt kommt endlich Bewegung in die Sache und wenn nichts dazwischen kommt, wird vom Herbst 2009 an gebaut und 2011 wird es fertig sein. In Daglfing bemühen wir uns seit Jahren um einen Lebensmittelmarkt. Die Fläche dafür ist zum Verkauf ausgeschrieben. Die Entscheidung wird im Frühjahr im Stadtrat getroffen werden, im Herbst könnte mit dem Bau begonnen werden Tunnel und Tram Der Richard-Strauss-Tunnel sieht seiner Fertigstellung entgegen. Auch die teils begeistert erwartete, teils als „Strickliesl“ geschmähte Skulptur „Mae West“ am Effnerplatz ist „in trockenen Tüchern“ und wird bald errichtet sein. Mit 52 Metern Höhe und ihrer kühnen Formensprache dürfte sie eine dominante Stadtmarke für Bogenhausen werden. Die Straßenbahn nach St. Emmeram hat viele Menschen emotionalisiert. In diesem Jahr wird wohl mit dem Bau der Trasse begonnen werden. Ich wünsche denen, die das Projekt mit viel Skepsis sehen, dass sie letztendlich doch auch ein paar Vorteile davon genießen werden. Ein „Dauerbrenner“ ist für uns die Vision eines Bürgerhauses. Leider gibt es dazu keine guten Nachrichten. Und das, obwohl unser Bezirk einer der größten Münchens ist! Wir haben keine „Mitte“, wir haben unsere „Dörfer“ und viele neue Lebens- und Wohnbereiche. Gerade bei dieser spannenden, aber auch etwas zerrissenen Struktur wäre ein bürgerschaftliches Zentrum wichtig für das Zusammenwachsen, das Zusammenleben und den Zusammenhalt in unserem Viertel. Neue Baugebiete In den nächsten Jahren wird die Beplanung zweier großer Gebiete intensiv weiterbetrieben werden: die Prinz-Eugen-Kaserne und der Vogelweideplatz. Es werden viele Büros und Wohnungen entstehen. Der Bezirksausschuss freut sich, dass es gelungen ist, in der ehemaligen Pionierkaserne Schwimmhalle und Sporthalle zu erhalten. Für den Vogelweideplatz wünschen wir uns eine städtebaulich überzeugende Lösung, die sich gut in unser Stadtviertel einfügt und doch eigene spannende Akzente setzt. Am 9. November betrauerten wir die vor 70 Jahren de-portierten und ermordeten Münch­ner Jüdinnen und Juden in einer würdevollen Feier-stunde. Manche Nachrichten zum Ende des Jahres haben uns Sorgen bereitet, manches wird vielleicht schwieriger. Lassen Sie uns trotzdem optimistisch in das neue Jahr gehen und miteinander in gegenseitigem Respekt und mit viel Freude an bürgerschaftlichem Engagement die Geschicke unseres Stadtviertels, die der Landeshauptstadt München und unsere eigenen in eine gute Richtung bewegen! Ich wünsche Ihnen ein gutes neues Jahr!

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