Der Verkehr wirft weiter Fragen auf

Die Anbindung des Planungsgebietes an die Cosimastraße. Grafik: LHM

Nicht sinnvoll finden viele Bogenhauser die Planung der Stadt, den Verkehr aus dem künftigen Prinz-Eugen-Park nur auf die Cosimastraße zu leiten. Bei der dritten Diskussionsveranstaltung zum Thema wurde deshalb die Forderung nach einer Öffnung Richtung Osten laut.

Grünanlagen im Osten, Norden und Süden des künftigen Prinz-Eugen-Parks sollen nicht durch Straßen zerschnitten werden. Dies ist einer der Gründe, warum die städtischen Verkehrsplaner das Gelände, auf dem in den nächsten Jahren 1800 Wohnungen und Infrastruktur entstehen soll, nur in Richtung Cosimastraße erschließen wollen. Zudem haben Verkehrsgutachten, in denen eine Reihe von Planfällen analysiert wurden ergeben, dass nur 15 Prozent des Autoverkehrs aus dem künftigen Siedlungsgebiet Richtung Osten fahren oder von dort kommen würde. Bevor diese Fahrzeuge an der Freischützstraße ankämen, würden sie durch Wohngebiet wie Stradellastraße oder Rienziplatz fahren. Stau ohne Ende Aus diesen Gründen hält der für das Kasernenareal verantwortliche Stadtplaner Michael Hardi die Öffnung nach Osten nicht für sinnvoll. Die Bogenhauser aber kritisierten: „Die Ostalternative würgen Sie ab ohne Erhebung! Verkehr aus so einem großen Siedlungsgebiet kann nicht nur in eine Richtung abfließen. Warum bevorteilen Sie die Leute im Osten? Sie überlegen nicht, wie man im Osten aus der Siedlung raus kommen kann.“ Schon heute sei auf der Cosimastraße zur Rush Hour nur Stop an Go möglich. „Es ist Stau ohne Ende, wir stehen von Ampel zu Ampel. Die zehn neuen Ampeln, die wegen der Tram eingerichtet wurden, bremsen den Verkehr ohnedies schon aus“, waren einige der Argumente für eine Anbindung des Prinz-Eugen-Parks aus mehreren Richtungen. Variante I Ehe die Forderung nach einer Ostöffnung des künftigen Prinz-Eugen-Parks diskutiert wurde, stellte Hardi die derzeit von der Stadt favorisierte Planungsvariante I vor (HALLO berichtete). Diese sieht Verkehrssperren an der Kreuzung Lohengrin-, Gral- und Wesendonkstraße vor, die nur die Lohengrinstraße unterbrechen würden. Des weiteren soll ein Sperrzeichen an der Wahnfriedallee zwischen Gral- und Telramundstraße angebracht werden. Diese Lösung verhindert nach Ansicht der Planer den Schleichverkehr durch die Wohnstraßen, erhöht aber die Fahrzeugdichte auf der übergeordneten Cosimastraße. Nachteil Nachteilig für das Bestandsquartier ist jedoch, dass es in Ost- und Westhälfte getrennt wird, wobei die Bewohner des östlichen Bereichs nur über die Cosimastraße zu- und abfahren können, während der Westteil ausschließlich über die Effnerstraße erreichbar ist. Dieses Szenario wäre mit wenig Aufwand umsetzbar, lediglich an der Effnerstraße müsste eine kurze Linksabbiegespur gebaut werden. Vor einer Umsetzung muss allerdings das Kreisverwaltungsreferat noch die Leistungsfähigkeit der Knotenpunkte an der Cosimastraße prüfen. Kritik aus der Cosimastraße Während die Anwohner des „Wagnerviertels“ mit dieser Lösung zufrieden waren, kritisierten Anlieger der Cosimastraße: „Es würde wesentlich mehr Verkehr auf der Cosimastraße entstehen. Wo bleibt da die Gerechtigkeit für alle?“ Die Stadtplaner erklärten, vorrangiges Ziel der Verkehrsplanung sei es, die Autos auf kürzestem Weg auf eine der Hauptachsen zu führen. Die Cosimastraße sei eine dieser Hauptachsen. Qual der Wahl Drei Mal hatten die Bogenhauser Gelegenheit, sich zum Verkehrskonzept für den künftigen Prinz-Eugen-Park zu äußern. Zwei Mal nahmen die Stadtplaner die Anregungen und Bedenken der Bürger mit und stellten neue Planfälle auf, die Gutachter untersuchten. Nach der dritten Bürger-Verwaltungsrunde scheint immer noch kein Szenario gefunden, das alle zufrieden stellt. Nun hat der Bogenhauser Bezirksausschuss die Qual der Wahl, aus Bürgerwünschen, Verwaltungsempfehlung, Gutachterzahlen und eigener Ortskenntnis die ultimative Lösung herauszufinden. Die wird das Gremium der Verwaltung empfehlen, die dann eine Vorlage für den Stadtrat, der letztlich entscheidet, erarbeiten wird. Zeitplan Wenn alles nach Plan läuft, soll der Bebauungsplan mit Verkehrskonzept noch in diesem Jahr beschlossen werden. Ehe er rechtskräftig wird, können die Bürger nochmals dazu Stellung nehmen. Gabriele Mühlthaler

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