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Urlaubsgrüße nach 33 Jahren

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Giesingerin erhält Post vom Schwager – er hatte die Karte im Juni 1977 in Jugoslawien aufgegeben

Giesing Manchmal kommt immer noch Post für Rudolf Windstetter aus der Kesselbergstraße – dabei ist er schon seit vier Jahren tot. Doch eine Postkarte mit Urlaubsgrüßen überraschte seine Witwe Marianne dann schon sehr. Noch mehr, als sie den Absender sah: Sie stammt von seinem Bruder Robert, genannt Buba. Auch er ist schon verstorben. Erst ihr dritter Blick ging auf den Poststempel vom 2. Juni 1977. „Die Karte war 33 Jahre lang unterwegs“, sagt Windstetter. Ihr erster Anruf galt ihrer Schwägerin Helga: „Die hatte die nie angekommene Urlaubskarte natürlich längst vergessen, aber an ihren Jugoslawien-Urlaub in Petrovac 1977 konnte sie sich noch gut erinnern.“ Die 71-Jährige brachte den Gruß aus der Vergangenheit auf die Post an der Tegernseer Landstraße. „Der Beamte dort hatte sowas noch nicht gesehen“, sagt Windstetter. „Er meinte, die Post wird maschinell sortiert. Wahrscheinlich ist sie in einen Schlitz geraten und dort liegen geblieben.“ Wenn eine Karte wieder auftauche, müsse sie aber zugestellt werden. „Es sei verboten, eine adressierte Postsache wegzuwerfen.“ Richtig adressiert war die Karte damals schon – München erreichte sie anscheinend erst nach der Umstellung der Postleitzahlen 1993. „Sie war noch an 8000 München ausgestellt“, sagt Windstetter, die fast ihr ganzes Leben lang in Giesing wohnt. Die unerhofften Urlaubsgrüße freuen sie sehr, besonders, weil sie sowohl den Absender als auch den Adressaten sehr vermisst: „Mein Mann hatte drei Brüder, aber er und Buba, der jüngste, standen sich besonders nahe.“ 2006 starb ihr Mann Rudolf mit 74, 2008 erlitt sein kleiner Bruder mit 65 einen tödlichen Herzinfarkt. „Ich denk’ mir, die Brüder haben sich im Himmel getroffen und haben gemerkt, dass die Karte noch unterwegs ist“, sagt Marianne Windstetter. Der himmlische Gruß kriegt jetzt einen Ehrenplatz – gerahmt, hinter Glas. Maren Kowitz

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