Unterschiedliche Ansichten

Geteilter Meinung zum geplanten Industrie- und Gewerbegebiet im Gleisdreieck Hüllgraben sind die Bezirksausschüsse der angrenzenden Stadtteile.

Truderinger und Bogenhauser Lokalpolitiker lehnen die Ausweisung eines Industrie- und Gewerbegebiets im Gleisdreieck Hüllgraben ab, die Berg am Laimer Kollegen haben hingegen kein Problem damit. „Für den 14. Stadtbezirk gibt es keine unmittelbare Betroffenheit“, erklärte der Vorsitzende des Berg am Laimer Bezirksausschusses, Josef Koch (SPD), auf Anfrage der HALLO-Redaktion. Mehr Verkehr für den Stadtteil erwarte er nicht. Die Truderinger BA-Mitglieder hingegen stimmten nach kontroverser Diskussion letztlich gegen das städtische Vorhaben. Angesichts der Leerstände bei bestehenden Gewerbegebieten sahen sie keine Notwendigkeit, ein neues Areal auszuweisen. Ausgleich für Nachverdichtung Gegen die Ausweisung des Hüllgraben-Dreiecks als Industriegebiet hat sich auch der Bogenhauser Bezirksausschuss, auf dessen Gebiet das Areal liegt, ausgesprochen. Ersatzflächen für die Betriebe aus dem Bereich Hauptbahnhof-Laim-Pasing seien inzwischen zum Großteil anderweitig gefunden worden. Vor Jahren hatten die Bogenhauser sich wegen des angeblich „unabweisbar scheinenden Bedarfs“ mit der Ausweisung der ökologisch wertvollen Biotopflächen als Bauland für Industrie und Gewerbe abgefunden. Heute halten die BA-Mitglieder dies nicht mehr für vertretbar und beantragen deshalb die Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses. Der Planungsbereich habe vor der, im Sommer erfolgten Absperrung durch den Grundeigner Bahn, als weitflächiger Erholungsbereich für die nördlich in Daglfing und südlich im Moosfeld liegenden Siedlungen gedient. „Er wird mit der künftigen Bebauung der Daglfinger Rennbahnanlagen noch unentbehrlicher“, so Planungssprecher Frank Otto (SPD). Versiegelung Unverbaut seien die Flächen wesentlicher Bestandteil der überörtlichen Frischluftschneise aus dem Umland für die westlich angrenzenden Siedlungsbereiche bis zur Innenstadt. „Die bis zu 14 Meter hoch geplante Bebauung versiegelt große Teile der wertvollen Biotopflächen, riegelt die restlichen Freiflächen nach Norden hin ab und engt die Frischluftschneise so weit ein, dass sie überörtlich kaum mehr wirksam ist“, erklärte Frank Otto. Auch das seit Jahren verfolgte Projekt „Renaturierung des Hüllgrabens (Hachinger Bach)“ werde für die Zukunft verbaut. Zudem moniert der Bogenhauser Bezirksausschuss die mangelhafte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und die zu erwartende Zusatzbelastung der Riemer Straße, durch die wegen des geplanten Obis und des vorhandenen Gartenmarkts ohnehin viel Verkehr fließe. Gabriele Mühlthaler

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