Wohnraum für 1000 Menschen entsteht

Wohnquartier „Living Isar“ in Untergiesing feiert Richtfest - Preise und Grünflächen werden kritisiert

Ein simuliertes Luftbild zeigt das fertiggestellte „Living Isar“-Wohnquartier an der Hellabrunner Straße von oben
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Viel Wohnraum entsteht aktuell an der Hellabrunner Straße - dennoch gibt es auch Kritik.

Das Wohnquartier "Living Isar" feierte Richtfest. Wohnraum für 1000 Menschen, zwei Kindertagesstätten, ein Café und Büros sollen entstehen. Doch es gibt Kritik.

  • Das Wohnquartier „Living Isar“ in Untergiesing feiert Richtfest.
  • Wohnraum für etwa 1000 Menschen, zwei Kindertageseinrichtungen, ein Café und neue Büros sollen dort entstehen.
  • Doch es gibt auch Kritik am Bauvorhaben.

Untergiesing - Eine neue Heimat für etwa 1000 Menschen, zwei Kindertageseinrichtungen für 190 Kinder, ein Café und neue Büros – das alles entsteht beim WohnquartierLiving Isar“ am Candidplatz. Jetzt wurde auf dem Areal, das 31 500 Quadratmeter groß ist und früher die Firma Osram beherbergte, Richtfest gefeiert. Die ersten Wohnungen sollen ab Juni 2022 bezugsfertig sein.

Wohnquartier „Living Isar“ in Untergiesing feiert Richtfest - und erntet Kritik wegen zu wenig Grünfläche

Ein Bauprojekt, an dem sich die Geister scheiden – einerseits ist der Wohnraum dringend nötig, andererseits mangelt es an Grünfläche und ist zu teuer, monieren manche. 423 Wohnungen werden in Untergiesing entlang der Hella­brunner Straße, der Candid- und der Salierstraße gebaut. Davon sind 66 Wohnungen staatlich gefördert und sollen günstig an Geringverdiener vermietet werden. Bei den übrigen 357 Eigentumswohnungen variieren die Preise: Es gibt beispielsweise 35 Quadratmeter für 400 000 Euro, aber auch eine Wohnung mit vier Zimmern für 2,1 Millionen Euro. Verkauft sind jetzt schon 90 Prozent der Wohneinheiten.

„Mit den geförderten Wohnungen entsteht auf dem engen Münchner Wohnungsmarkt ein attraktives Angebot mit günstigen Mieten“, versicherte Ulrich Höller, Chef der ABG, der zusammen mit der Unternehmensgruppe Büschl Eigentümer des Areals ist – beide Firmen haben zusammen 300 Millionen Euro investiert. Auch die bayerische Ministerin Kerstin Schreyer lobte beim Richtfest die 66 geförderten Wohnungen: „Besonders in München brauchen wir mehr Wohnraum, der dauerhaft bezahlbar ist.“

Wohnquartier „Living Isar" in Untergiesing feiert Richtfest - BA-Chef kritisiert Preise und mangelnde Grünfläche

Doch von Seiten des BAs gibt es auch Kritik. „In Zukunft sollte die Stadt stärker darauf achten, dass direkt in dem Neubaugebiet mehr Grün entsteht“, fordert Sebastian Weisenburger (Grüne), Chef des BA Untergiesing-Harlaching. Der Investor „Living Isar“ kann auf dem ehemaligen Osram-Gelände nicht genügend Grün nachweisen und leistet stattdessen eine Kompensationszahlung von mehr als 500 000 Euro an die Stadt.

Sebastian Weisenburger, BA-Chef in Untergiesing-Harlaching.

Damit sollen Fitness- und Freizeitanlagen an der Isar sowie der Spielplatz westlich der Hellabrunner Straße und jener am Entenweiher umgebaut werden. Was Weisenburger außerdem am Herzen liegt: „Natürlich ist es wichtig, dass wir bezahlbare Mietwohnungen im Viertel haben – darum sorge ich mich auch bei diesem Bauprojekt.“

Die Geschichte von „Living Isar“

Jahrelang hatte die Firma Osram dort ihren Hauptverwaltungssitz. Doch 2012 ist Osram nach Schwabing umgezogen, Ende 2013 fasste der Stadtrat den Entschluss, das Areal in ein Wohngebiet umzuwandeln. Zwischenzeitlich waren auf dem Gelände an der Hellabrunner Straße bis zu 800 Flüchtlinge untergebracht worden. 

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