Mit Rasierklingen gespickte Köder in Untergiesing gefunden

Gefährliche Leckerbissen

Der Schrecken sitzt tief: Stefanie N. wollte nur eine kurze Runde mit ihrem Hund am Wettersteinplatz drehen – und stieß dabei an der Ecke Otkerstraße und Schlehdorfer Straße (Foto) auf das Werk eines Tierhassers.

„Mein Hund ist plötzlich ganz langsam gegangen, weil er etwas erschnüffelt hat. Zum Glück habe ich ihn schnell genug wegziehen können.“ Denn was der Rüde mit dem schwarzen Fell im Gras entdeckt hatte, war hochgefährlich: zwei Würste, in denen eine Rasierklinge und ein Angelhaken steckten. „Ich habe sofort die Polizei gerufen und Warnzettel für Hunde- und Katzenbesitzer im Viertel aufgehängt“, sagt die 54-jährige Untergiesingerin.

Das war morgens – als sie am frühen Abend noch einmal nachsehen wollte, ob neue Köder ausgelegt wurden, waren die Zettel weg. „Spätestens da war mir klar, dass hier ein Tierfeind am Werk ist.“ Die Hundehalterin druckte neue Zettel – einen Tag später das gleiche Ergebnis: alle Zettel weg. Sie informierte den Tierschutzverein.

„Unsere Tierinspektoren sind gleich hingefahren und haben Flugblätter aufgehängt“, sagt Judith Brettmeister vom Münchner Tierschutzverein. Aber auch diese Zettel waren tags darauf verschwunden.

Stefanie N. vermutet, dass die präparierten Würste in erster Linie den Katzen gelten, die ihre Besitzer im Viertel frei herumlaufen lassen. „Es gab hier schon in der Vergangenheit Ärger mit Katzen. Kann man ja auch verstehen, wenn überall Katzenkot liegt“, sagt Stefanie N. „Aber zu solchen Mitteln zu greifen, das ist doch nicht normal.“

Für den Tierschutzverein sind solche Köder allerdings trauriger Alltag: „Es gibt so viele Fälle, wir kommen da gar nicht mehr hinterher“, sagt Brettmeister. Besonders häufig seien Köder mit Rattengift – die nicht zuletzt für Kinder gefährlich werden können. 

Über Facebook informiert der Tierschutzverein über aktuelle Funde in München. „Es kann  böse ausgehen, wenn Hunde oder Katzen solche Würste fressen. Die Rasierklingen können den Magen aufreißen, dann verblutet das Tier innerlich“, sagt Brettmeister. Sie könne den Besitzern nur zur Vorsicht raten: „Die Halter sollten ihre Hunde gut im Blick behalten und nicht zu weit weglaufen lassen.“

Stefanie N. meidet nun das Eck an der Otkerstraße, wenn sie mit ihrem Hund Gassi geht. „Ich halte ihn ganz kurz an der Leine. Ich will mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn mein Schatzi die Wurst gefressen hätte.“


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